
Nach 21 Jahren scheidet Andreas Guntrum als Geschäftsführer bei der SEG aus. Für uns ein Grund, mehr als zwei Jahrzehnte der Stadtentwicklung einmal Revue passieren zu lassen. VivArt über großes Engagement, Liebe zur Stadt und Bodenständigkeit.
Von kleinen Anfängen zum städtischen Entwicklungsmotor
Als Andreas Guntrum 2005 die Geschäftsführung der 1996 gegründeten Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden (SEG) übernommen hat, bestand das Unternehmen aus einem relativ überschaubaren Team aus 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: eine städtische Gesellschaft mit großem Anspruch, aber begrenzten Ressourcen. Heute, zwei Jahrzehnte später, ist aus dieser schlanken Struktur ein schlagkräftiger Stadtentwicklungs-Motor geworden: Rund 120 Beschäftigte arbeiten inzwischen bei der SEG, hinzu kommen rund 80 weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der 2012 gegründeten ›WiBau‹, wo Andreas Guntrum ebenfalls Geschäftsführer ist. Eine beeindruckende Entwicklung, die nicht nur organisatorische Größe, sondern vor allem kommunale Wirksamkeit widerspiegelt. »Unsere Erfolgsgeschichte basiert auf einem starken Team hoch motivierter Fachkräfte«, stellt Guntrum bei seiner Rückschau die Bedeutung des Engagements der Belegschaft an erste Stelle. »Die SEG war und ist in der Lage, sehr komplexe Probleme sehr gut zu lösen und kann dies aufgrund der gesetzlichen Regelungen auch schnell und flexibel. Diese Vorteile sollte die Stadt auch weiterhin intensiv nutzen«, wünscht sich der scheidende Geschäftsführer für die Zukunft der Gesellschaft.
Langfristige Stadtentwicklung mit Weitblick
Guntrum, gebürtiger Wiesbadener, studierter Jurist und früh politisch aktiv, hat das Unternehmen durch Zeiten wechselnder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen geführt. Gerade in der Stadtentwicklung sind Ausdauer und ein langer Atem essenziell: Viele Projekte brauchen zehn bis 15 Jahre von der Idee bis zur Fertigstellung. Die aktuelle Lage auf dem Immobilienmarkt – geprägt von hohen Baukosten, steigenden Zinsen und immer höheren regulatorischen Anforderungen – verschärft die Herausforderung zusätzlich. Umso bedeutsamer ist es, dass eine städtische Tochter wie die SEG ihre Flexibilität behält, um weiterhin schnell, verlässlich und erfolgreich im Marktgeschehen agieren zu können.

Stadtentwicklung mit Weitblick: vom ›Hainweg‹ zu ›Zweibörn‹
Eines der prägenden Kapitel der jüngeren Unternehmensgeschichte war die von Guntrum gesteuerte Entwicklung am Hainweg in Nordenstadt – ein Projekt, das beispielhaft zeigt, wie nachhaltige Quartiersentwicklung funktionieren kann: 650 Wohneinheiten waren das Ergebnis. Sozial durchmischt, architektonisch klar, stadträumlich integriert. Aktuell setzt die SEG mit der Entwicklung des Areals ›Zweibörn‹ gegenüber dem Südfriedhof ein weiteres städtebauliches Signal. Hier wird ab dem kommenden Jahr ein modernes urbanes Quartier entstehen, das Wohnen, soziale Infrastruktur und Grünräume miteinander verbindet. Es ist ein Vorhaben, das erneut verdeutlicht, wie sehr Wiesbaden von einer langfristig angelegten, klugen Planung profitiert. Wenn die Planung aufgeht, werden hier weitere 750 Wohneinheiten errichtet, die in Wiesbaden dringend gebraucht werden.
Impulse für die Innenstadt
Auch die Entwicklung der Innenstadt war für Guntrum immer eine Herzensangelegenheit. In diesem Sinne waren die Aufwertung der Kleinen Schwalbacher Straße, die damals neue gastronomische Belebung mit dem Hepa-Café sowie weitere Projekte in diesem Umfeld die ersten Projekte, die zeigen, wie wichtig qualitätsvolle, kleinteilige Interventionen im urbanen Raum sind. Am Platz der Deutschen Einheit sind mit der Schaffung der großen Sporthalle und dem Quartiersplatz städtebauliche Impulse entstanden, die den öffentlichen Raum strukturieren, Aufenthaltsqualität schaffen und die Innenstadt als lebendigen Mittelpunkt stärken.
Ein Erfolgsmodell der Stadt mit Zukunft
Die SEG Wiesbaden ist heute weit mehr als ein Entwicklungsdienstleister: Sie ist ein integraler Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge, ein verlässlicher Partner für Politik, Verwaltung und Bürgerschaft. Der Erfolg des vergangenen Vierteljahrhunderts zeigt, dass kommunale Steuerungskraft und unternehmerische Effizienz kein Widerspruch sind – im Gegenteil. »Damit die SEG auch künftig Projekte schnell, flexibel und im Sinne der Stadt umsetzen kann, braucht sie weiterhin die Spielräume, die sie groß gemacht haben«, erklärt Guntrum, dem man anmerkt, dass er mit der Stadt noch lange nicht fertig ist. Dennoch endet für ihn zum Jahresende eine Wiesbadener Erfolgsgeschichte. »Geschrieben von einem großartigen Team, das seine Stadt liebt und sie Stück für Stück weiterbaut«, betont er zum Abschluss noch einmal. VivArt wünscht alles Gute!

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