
Landeshauptstadt Wiesbaden
Klimaschutz entscheidet sich nicht nur in Parlamenten, sondern dort, wo Menschen ihren Alltag gestalten: in Schulen, Vereinen, Betrieben, Nachbarschaften. Hier setzt eine zentrale Maßnahme des ›Klimaplans Hessen‹ an: ›Klimabildungslandschaften gestalten‹. 2024 initiiert, entstehen bis 2028 fünf regionale Klimabildungslandschaften mit dem Ziel, Klimaschutz und Nachhaltigkeit in kommunalen Strukturen zu verankern – in Frankfurt, im Vogelsbergkreis, in der Region Marburg-Biedenkopf, in Kassel und Umland sowie in Wiesbaden.
Bildung für nachhaltige Entwicklung
Die Idee dahinter klingt so einfach wie ambitioniert: Klimaschutz beginnt bei jedem Einzelnen, entsprechend soll Klimabildung für alle zugänglich werden. Nicht als Einzelprojekt, sondern als vernetztes Geflecht aus Lernorten, Angeboten und Akteurinnen und Akteuren aus Bildung, Kommunen, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Im Leitbild der hessischen Klimabildungslandschaften wird Klimabildung ausdrücklich als »Bildung im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)« verstanden: Sie soll Bewusstsein stärken, Kompetenzen vermitteln und konkrete Handlungs- und Beteiligungsoptionen anbieten. Entscheidend ist dabei der Ansatz: »nicht belehrend, sondern gemeinsam lernend«, um Neues anzustoßen.
Wiesbaden als Vorreiter
Die Klimabildungslandschaft Wiesbaden wird in Kooperation zwischen dem Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt und der Landeshauptstadt Wiesbaden umgesetzt. Ihre Koordinierungsstelle befindet sich im BNE-zertifizierten Naturpädagogischen Zentrum des städtischen Tier- und Pflanzenparks Fasanerie Wiesbaden. Dort ist bereits die Koordinationsstelle des BNE-Netzwerks angesiedelt, die seit Jahren erfolgreich Vernetzungsarbeit leistet. Darüber hinaus setzt die Landeshauptstadt Wiesbaden schon seit mehreren Jahren das ›Schuljahr der Nachhaltigkeit‹ an Wiesbadener Grundschulen mit Förderung des Landes um. Diese gewachsenen Strukturen bilden eine wichtige Grundlage für die Umsetzung der Klimabildungslandschaft Wiesbaden.
Klimabildungslandschaft Wiesbaden: Vernetzung wird konkret
Schon der offizielle Auftakt zeigte, wie breit der Ansatz gedacht ist: Am 10. Mai 2025 lud die Klimabildungslandschaft in die ›Orangerie Aukamm‹ ein – nicht als klassische Konferenz, sondern als kreativer Ideenmarkt mit Netzwerkphase, Best-Practice-Beispielen und dem erklärten Ziel, neue Kooperationen anzustoßen. Mit dabei waren Bildungspartner des Landes Hessen sowie des BNE-Netzwerks Wiesbaden, unter anderem der Landfrauenverband Hessen e. V., die Hessische Gartenakademie, die mobile Mitmachausstellung ›Klima auf Tour‹, das Nachhaltigkeitsbüro der Hochschule RheinMain sowie der Naturpark RheinTaunus.
Praxisnahes Lernen: Gärtnern und Schulen
Inhaltlich setzt Wiesbaden mit klimafreundlichem Gärtnern einen Schwerpunkt, der besonders alltagsnah ist. Das klingt zunächst klein, ist aber in einer Stadt, die sich auf häufigere Hitzeperioden, Starkregen und Trockenheit einstellen muss, ein hochpolitisches Thema. Schulgärten, Urban Gardening oder gemeinschaftliche Pflanzaktionen verbinden Klimaschutz, Klimaanpassung und soziale Fragen ideal: Wer gemeinsam pflanzt, lernt nicht nur über Böden, Wasser und Artenvielfalt dazu, sondern stärkt auch das Miteinander im Quartier.
Klimabildungslandschaft Wiesbaden: Vom Schulgarten zur strukturellen Verankerung
Dass dieser Ansatz systematisch werden soll, zeigt ein konkretes Beispiel: Das ›Netzwerk Schulgärten in Hessen‹ hat ›Curricula zur Klimabildung im Schulgarten‹ für Grundschulen und weiterführende Schulen entwickelt, die in Kooperation mit der Koordinationsstelle Klimabildungslandschaft Wiesbaden an Wiesbadener Schulen praktisch erprobt werden sollen. In einem Online-Workshop wurden im letzten August und Oktober Schulen dazu eingeladen, sich über die Pilotphase zu informieren. Möglich ist zudem eine persönliche Vor-Ort-Beratung. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche durch praktisches Tun und Forschen zu sensibilisieren und zu ermutigen, selbst aktiv zu werden. Dies gilt auch für die hessischen Klimabildungsangebote ›Schuljahr der Nachhaltigkeit‹ und ›Bauernhof als Klassenzimmer‹, deren Umsetzung in Wiesbaden bereits seit Jahren vom Land Hessen finanziell gefördert wird.
Frühkindliche Bildung und Fachdialoge
Ein wichtiger Beitrag zur Gestaltung der Klimabildungslandschaft Wiesbaden war zudem der erste Fachdialog in der Region Wiesbaden ›Klimabildung von Anfang an – mit Partnern gestalten‹ im September 2025. Die Einladung richtete sich ausdrücklich an Fachkräfte aus Kitas und Kindertagespflege und Träger. Auch hier ging es um die zentrale Frage, wie Gesundheits- und Hitzeschutz für Kinder in den kommenden Hitzesommern gelingt und wie man Klimabildung bereits in der frühen Bildung so internalisiert, dass sie nicht nebenher passiert.
Vernetzt, sichtbar und wirksam
Die hessische Landeshauptstadt gehört damit zu den Vorreitern und zeigt mustergültig, wie strukturell verankerte und vernetzte Klimabildung mehr Bewusstsein schafft und mehr Menschen aktiviert als es Unterrichtsmaterial oder Projekttage leisten können. Die sinnbildliche Klimabildungslandschaft versteht sich als Infrastruktur für Zukunftskompetenz: Sie macht nicht nur die große Vielfalt bereits vorhandener Angebote sichtbar, sondern vernetzt und bestärkt die lokalen Akteurinnen und Akteure aus Bildung, Kommunen, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die sonst selten gemeinsam an einem Tisch sitzen und nun feststellen, dass sie sind mit ihrem Engagement nicht allein und durchaus wirksam sind. So wird aus abstrakter Klimabildung eine echte Landschaft: vielfältig, vernetzt – und im besten Sinne begehbar.

der Klimabildungslandschaft Wiesbaden
VivArt Service
Landeshauptstadt Wiesbaden, Grünflächenamt
Koordinationsstelle der Klimabildungslandschaft Wiesbaden
im Naturpädagogischen Zentrum der Fasanerie
Kerstin Jacobs
0611 40907717
kbl@wiesbaden.de
Wilfried-Ries-Straße 22, 65195 Wiesbaden
Veranstaltungen 2026
›Klimafreundlich gärtnern: Ernteglück auf dem Balkon‹
Online-Vortragsreihe ab März 2026
›SchülerinnenUndSchülerZukunftsgipfel‹
im November 2026
Mehr erfahren:
klimaplan-hessen.de
klimabildung-hessen.de
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