
Fotos: Stiftung Stadtmuseum Wiesbaden | Jason Sellers
Am 2. Dezember 2025 haben das sam (Stadtmuseum am Markt), die AKH (Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen) sowie die Hochschule RheinMain zum dritten Mal zum DesignDialog eingeladen. Die Veranstaltungsreihe fand erneut im Rahmen des Projekts ›World Design Capital 2026 Frankfurt RheinMain‹ statt und führte Sachkundige aus Stadtplanung, Architektur, Forschung und Kultur ins voll besetzte Haus der Architekten zusammen.
Was ist die ›produktive Stadt‹?
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Zukunft der ›produktiven Stadt‹ aussehen kann – einer Stadt, in der Wohnen und Arbeiten nicht länger strikt voneinander getrennt sind, sondern durch neue, flexible Nutzungsformen wie kleinteiliges Handwerk, urbane Produktion oder Stadtlandwirtschaft näher zusammenrücken.
Herausforderungen: Handwerk, Kleinbetriebe und urbane Ernährung
Francesca Ferguson von ›Make_Shift‹ machte deutlich, dass die produktive Stadt eine direkte Antwort auf mehrere aktuelle Krisen darstellt: den anhaltenden Fachkräftemangel im Handwerk, das Verschwinden kleiner Betriebe aus den Innenstädten und die fehlende lokale Nahrungsmittelproduktion.

Die Rolle von Nachhaltigkeit und Klimaanpassung
Constanze Paffrath, Abteilungsleiterin Städtebau im Stadtplanungsamt Wiesbaden, betonte die Bedeutung einer nachhaltigen, sozial gerechten Stadtentwicklung für alle Bevölkerungsgruppen. Professor Philipp Krass von ›berchtoldkrass space&options‹ hob hervor, dass die Stadt von morgen nicht nur neue Nutzungsmischungen braucht, sondern auch Antworten auf den Klimawandel – eine Stadt, die grüner, anpassungsfähiger und vielfältiger wird.
Ausblick: DesignDialog 2026 und der ›Vierte Ort‹
Ein Ausblick galt dem kommenden Jahr: Der nächste DesignDialog findet 2026 im ehemaligen Sportscheck-Gebäude in der Wiesbadener Innenstadt statt. Dort verwandelt sich das Erdgeschoss von Mai bis Oktober in einen ›Vierten Ort‹, an dem Projekte der World Design Capital präsentiert werden und die Bevölkerung aktiv mitgestalten kann. Am Ende der Veranstaltung wurde deutlich, dass die ›produktive Stadt‹ ein gemeinsamer Auftrag ist – auch und besonders für Wiesbaden.

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