Vom Mobiliar zur Lebensdekoration

VivArt im Gespräch mit Simone und Dirk Stelzer über die innere Verpflichtung zur Tradition der Möbelstadt Kelkheim – und wie dieses Erbe inspirierend für die Kundschaft von heute und morgen bewahrt werden kann.

Alle Fotos: Anja Epkes

Seit wann besteht Ihr Design-Möbelhaus und wer hat es gegründet?

Unser Einrichtungshaus wurde 1919 von den Brüdern Jean und Willi Stelzer gegründet. Sie hatten die Idee, nicht nur eine Schreinerei zu betreiben, sondern gleichzeitig eine dazugehörige Ausstellung zu zeigen. Damit wurden wir Kelkheims erstes Möbelhaus mit dem Namen Gebrüder Stelzer.

Kundschaft kommt und geht. Halten Sie einen festen Kundenstamm?

Wir haben sogar sehr viele Stammkunden, da wir einen weiterführenden Service für die von uns verkauften Produkte bieten. Es kommt zum Beispiel vor, dass ein Kunde ein Scharnier für einen 40 Jahre alten Interlübke-Schrank benötigt, da helfen wir gern. Unsere Innenarchitektinnen und Interior-Designer begleiten die Kunden oft über viele, viele Jahre vom Eigenheim oder der Wohnung bis zum altersgemäßen Wohnen. Besonders freuen wir uns, wenn wir wieder ein Feriendomizil oder die Lebensräume der Kinder unserer Kunden einrichten dürfen.

Kelkheim galt als Möbelstadt. Merken Sie davon heute noch etwas?

Vor fünf Jahren haben wir mit einem Gremium zusammen erfolgreich darum gekämpft, dass dieser doch sehr bekannte

Slogan für die Stadt Kelkheim vom Bürgermeister weitergeführt wurde. Dieses Jahr kam auch eine Delegation aus einer Möbelstadt in China zu Besuch. Ab den 1950er-Jahren gab es viele spektakuläre Wohnungseinrichtungen. Sogar der Kaiser von Äthiopien ließ damals in Kelkheim fertigen. Außerdem gibt es noch 34 weitere Betriebe rund ums Einrichten in Kelkheim.

Sie verbreiten viel Lebensfreude im Engagement für Ihr Geschäft und veranstalten regelmäßig Partys und Gettogethers für Kunden und Freunde. Wie kam es dazu?

Wir verkaufen unseren Kunden nicht nur Möbel, sondern gestalten vielen ihre Lebensdekoration. Dazu gehört natürlich auch Lebensgefühl. Bei vielfältigen Events versuchen wir immer neue Anregungen zu schaffen und verbringen gemeinsam schöne Momente.

Welche Marken verkaufen Sie am liebsten?

Schon seit vielen Jahren verkaufen wir fast alle namhaften Klassiker des Möbeldesigns. Besonders gerne deutsche Markenmöbel wie COR, interlübke, Schramm, USM und LEICHT. Vor drei Jahren haben wir die Polstermöbel von edra in unsere Ausstellung aufgenommen. Es macht uns große Freude, die ganz andere Formsprache dieser Kollektion zu verkaufen, da es nicht nur Möbel sind, sondern Kunstwerke. Deshalb sind auch einige Entwürfe von edra in Museen auf der ganzen Welt vertreten.

Wie hat sich der Möbelmarkt in den letzten Jahren verändert? Hatte die Pandemie Auswirkungen auf das Kaufverhalten?

Wir sind beide schon sehr lange in der Einrichtungsbranche und sind mit der Übernahme eines über 100 Jahre alten Traditionshauses die Verantwortung eingegangen, uns stets weiterzuentwickeln. Im Moment versuchen wir, nachhaltige Produkte zu finden, die auch unserem Anspruch an Design und Komfort entsprechen. Die Pandemie hat vielen Menschen einen neuen Blick auf ihr Zuhause gegeben und unserer Branche einen tollen Aufschwung beschert. Und trotz Lockdown haben wir uns einiges einfallen lassen, da wir zum Beispiel keinen Esszimmerstuhl verkaufen, ohne dass der Kunde darin gesessen hat. Das unterscheidet uns vom Onlinehandel. Ab einer gewissen Preis- und Qualitätsklasse ist die persönliche Beratung ganz wichtig.

Unterstützen Sie spezielle Projekte oder soziale Initiativen in Ihrem Umkreis?

Ja, wir versuchen, mit den Möglichkeiten, die wir haben, Menschen, denen es gerade nicht so gut geht, zu unterstützen.

Letztes Jahr haben wir einen Flohmarkt an unserem Lager veranstaltet und mithilfe unserer Kunden einen Betrag an die Opfer der Naturkatastrophe im Ahrtal spenden können. Mit viel Spaß haben wir im April zum ersten Mal den Kelkheimer Frühlingsball mitorganisiert. Durch die gro.zügigen Spenden vieler Geschäftsfreunde konnten wir eine hochkarätige Tombola anbieten. Der Erlös geht an » Gemeinsam für die Ukraine e. V. « von Motsi Mabuse hier in Kelkheim.

Welche Rolle spielen Social Media oder Plattformen zur Erweiterung der Kundschaft über die regionale Ebene hinaus?

Die Zukunft liegt sicher auch in den Neuen Medien und wir publizieren unsere Aktionen und Events gerne über Social Media. Ganz besonders wichtig für unser Haus ist unsere Website – fast wie ein Schaufenster. Darüber hinaus haben wir dieses Jahr auch wieder ein schönes, eigenes Einrichtungsmagazin kreiert.

Vielen Dank für das Gespräch!

Stelzer Möbel GmbH

Bahnstraße 19, 65779 Kelkheim, 06195 992550

Öffnungszeiten: Di–Fr 9.30–19 Uhr, Sa 9.30–16 Uhr

stelzer-moebel.de


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