
Vielleicht sieht man es dem CH24 nicht auf den ersten Blick an, aber die Idee des Designers Wegner war es, einen Stuhl zu kreieren, der in Serie produziert werden konnte. Eine Idee, die damals durchaus Avantgarde-Charakter hatte.
Mit dem Wishbone Chair machte Wegner einen großen Sprung im Möbeldesign, indem er die oberen Schienen und die Armlehnen in nur einem einzigen Stück vereinte. Um diesem dampfgebogenen Oberteil Stabilität zu verleihen und einen bequemen Halt zu gewährleisten, entwickelte er die charakteristische y-förmige Rückenlehne, die dem Stuhl den berühmten Spitznamen ›Brustbein‹ einbrachte. Eine Ikone war geschaffen.
Die Sitzfläche aus geflochtener Papierkordel wurde von Wegner ursprünglich als Ersatzmaterial nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt, da das Material knapp war. Doch Wegner schätzte es so sehr, dass es auch zukünftig verwendet wurde. Die Papierkordel verfügt nämlich über eine erstklassige Festigkeit, die die Designqualitäten und die natürliche Optik und Haptik mit dem Holzgestell perfekt ergänzte. Der Sitz des CH24 wird aus 150 Metern Papierkordel handgeflochten. Ein erfahrener Weber benötigt eine Stunde, um den Sitz des CH24 herzustellen. Doch das ist nur ein Teil der Fertigung.
Für den kompletten Zusammenbau des Wishbone Chair sind bis heute mehr als 100 Arbeitsschritte erforderlich, von denen die meisten von Hand ausgeführt werden. Mit seinem schlichten Design und der klaren Linienführung ist der CH24 Wishbone Chair ein Paradebeispiel höchster dänischer Handwerkskunst.

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