
Mein erster Schritt war leise und unsichtbar. Ich wollte meine Kunst zeigen, aber nicht gesehen werden, in Wiesbaden, einer Stadt, die zwar keine Metropole ist, aber eine lebendige Kunstszene bietet. Also startete ich unter einem Decknamen ein Instagram-Profil, ohne dass jemand davon wusste. Dieser unauffällige Anfang vor drei Jahren war vielleicht mein mutigster Moment.
Der Schritt in die Selbstständigkeit
Zwei Jahre später, nach zahlreichen Posts und Begegnungen mit anderen Künstlerinnen und Künstlern, entschied ich mich, meine Festanstellung zu kündigen. In Wiesbaden kennt man sich schnell, Netzwerke sind eng, das bringt Chancen, aber auch Verantwortung.
Inspirationen aus Europa – und ein wachsendes Netzwerk
Seitdem hat sich vieles verändert. Ich habe in der Toskana gemalt, erste Messeauftritte realisiert und einen Koffer voller Inspiration und Eindrücke mitgebracht, von der Art Basel in Paris bis zum Salone del Mobile in Mailand. Und nicht nur ich, sondern auch mein Netzwerk ist durch diesen Schritt ins Ungewisse gewachsen. Besonders in Wiesbaden zeigt sich, wie stark kreative Verbindungen sein können: Profis aus Kunst, Design und Musik unterstützen sich gegenseitig, teilen Ideen und Räume. Plattformen wie ›Opak Pop-up‹, eine Initiative für lokales Design und Handwerk, tragen dazu bei, kreative Köpfe sichtbar zu machen. Die Events geben Einblick in die Geschichten hinter den Arbeiten und zeigen, wie vielfältig Wiesbadens Szene ist.
Eigene Ausstellungen – Kunst im Dialog mit der Stadt
Ich habe eigene Ausstellungen organisiert, unter anderem in Kooperation mit dem ›Café Maldaner‹, in denen meine Kunst in einem kreativen Umfeld präsentiert wurde. Besonders gefeiert wurde das Event ›BLISS‹, welches sieben Jahre ›Maldaner Coffee Roasters‹ mit Kunst von mir, Schmuck von ›Studio Nonna‹ und Musik von ›DJ Enfant_X‹ zusammenbrachte. Besucherinnen und Besucher konnten Kunst entdecken, Getränke genießen und die Energie des Raums erleben.
Wiesbaden lebt von Bewegung – und vom Mut zum Neuen
Insbesondere solche Formate machen sichtbar, wie sehr Wiesbaden von Bewegung lebt – von Menschen, die Neues wagen und andere mitziehen. Diese Energie erinnert mich immer wieder daran, dass Stillstand gefährlicher ist als jedes Risiko. So schnell passiert nichts. Weder die Katastrophe, die man befürchtet, noch der perfekte Plan, der Sicherheit verspricht. Stattdessen passiert Leben: das Gewohnte und das Neue, Begegnungen, Umwege, neue Ideen.
Marleen Thomas
marleen-thomas.de
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