
Prägnante Formen, außergewöhnliche Materialien und ein kompromissloser Anspruch an handwerkliche Qualität: Was heute unter Hering Berlin weltweit bekannt ist, begann 1992 mit einer kleinen Porzellanwerkstatt in Berlin-Prenzlauer Berg. Hinter der Marke steht die Gestalterin Stefanie Hering, die ihr Unternehmen bis heute als Eigentümerin und Kreativdirektorin prägt. Inzwischen wird Hering Berlin in rund 70 Ländern vertrieben, mehr als 250 Sternerestaurants weltweit decken ihre Tische mit dem charakteristischen Geschirr.
Stefanie Hering: Von der Keramikwerkstatt zur Designmarke
Der Weg dorthin begann für Hering weit vor der eigenen Marke. 1967 in Stuttgart geboren, absolvierte sie ihre Lehr- und Gesellenjahre in Deutschland, Dänemark und Irland, bevor sie ihre Ausbildung in Höhr-Grenzhausen als Keramikmeisterin und Designerin abschloss. 1992 eröffnete sie ihre erste eigene Werkstatt, sieben Jahre später entstand daraus Hering Berlin. Entworfen wird weiterhin in Berlin, gefertigt in enger Zusammenarbeit mit erfahrenen europäischen Manufakturen. Das Porzellan entsteht seit 1999 bei der Porzellanmanufaktur Reichenbach in Thüringen, die Gläser gemeinsam mit der mährischen Glashütte Květná 1794. So treffen zeitgenössisches Design und über Generationen gewachsenes Handwerk aufeinander.

Hering Berlin: Biskuitporzellan als Markenzeichen
Besonders charakteristisch für die Marke ist das hochgebrannte Biskuitporzellan. Bei 1.400 Grad gebrannt, bleibt es weitgehend unglasiert und erhält durch den Schliff mit Diamantwerkzeugen seine samtig-matte, fast marmorartige Oberfläche. Daneben arbeitet Hering Berlin mit mundgeblasenem Glas, Ton, Edelstahl und Gusseisen. Gießen, Verputzen, Schleifen, Brennen, Prüfen: Viele der Arbeitsschritte werden von Hand ausgeführt. Jedes Stück trägt damit nicht nur die Handschrift seiner Gestalterin, sondern auch die Spuren des Handwerks selbst.
Zwischen Design, Kunst und traditionellem Handwerk
Dass dieser Ansatz weit über klassisches Tafelgeschirr hinausweist, zeigen die Arbeiten von Stefanie Hering, die unter anderem in den Sammlungen des Kunstgewerbemuseums Berlin, des Musée National de Céramique in Sèvres und des Deutschen Historischen Museums Berlin vertreten sind. Auszeichnungen wie der Designpreis der Bundesrepublik Deutschland in Gold oder der Gold Prize der Internationalen Keramik-Biennale Südkorea unterstreichen ihre Bedeutung als Gestalterin.
Collectible Design: Hering Berlin und Pierce Brosnan
In den vergangenen Jahren hat sich das Spektrum von Hering Berlin zunehmend in Richtung Collectible Design erweitert. 2025 entstand gemeinsam mit Pierce Brosnan die limitierte Edition ›So Many Dreams‹: drei Vasen, Mirage, Tryst und Solitude, auf Basis der Tropo-Form aus Biskuitporzellan, limitiert auf 25 Sets. 2026 gehörte Hering Berlin zu den 28 international ausgewählten Häusern des erstmals ausgerichteten Salone Raritas, dem neuen Collectible-Design-Bereich des Salone del Mobile.Milano. Dort präsentierte die Marke ›Equinox I‹, eine Rauminstallation bestehend aus einem gedruckten Holzschnitt auf Leinwand und einem Tisch mit demselben Motiv (jeweils limitiert auf fünf Exemplare) sowie einer Sammlerbox mit Motivtellern (limitiert auf 24 Exemplare).

Stefanie Hering x Studio M: Design trifft Licht
Aber auch das Thema Licht erweitert das gestalterische Universum der Marke. Mit dem im Januar 2026 auf der Lightovation in Dallas vorgestellten Programm ›Stefanie Hering x Studio M‹ wird die bisherige Linie von Glas- und Porzellanleuchten zu einem eigenständigen Lichtprogramm ausgebaut. Stream, Burgeon, Ray Dance und Tropo lassen sich für Architektur- und Interior-Projekte konfigurieren.
Hering Berlin und die Ästhetik des Bleibenden
Was all diese unterschiedlichen Arbeiten verbindet, ist eine Idee, die erstaunlich einfach klingt: Dinge zu schaffen, die nicht ersetzt, sondern weitergegeben werden. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Qualität von Hering Berlin. Nicht im demonstrativen Luxus, sondern in der Verbindung von Gestaltung, Material und Handwerk zu Objekten, die ihren Wert nicht aus ihrer Kurzlebigkeit beziehen, sondern daraus, dass sie bleiben dürfen.

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