
Seit vielen Jahren gestaltet Daniel Sieben das gesellschaftliche und urbane Leben in Mainz mit. 2021 gründete er gemeinsam mit Nina Wansart die ›LIEBS‹-Conceptstores. An Standorten in der Alt- und Neustadt bietet das Team dort vielen lokalen Labels und (über)regionalen Kreativprodukten eine Bühne. 2024 kam für Sieben ein weiteres Herzensprojekt hinzu: Gemeinsam mit zwei Freunden übernahm er die Traditionskneipe ›Zum Bierstübchen‹ am Fischtor. Für VivArt spricht er über seine Wahlheimat.
Sind Sie hier gebürtig?
Nein, ich komme aus Krefeld. Ich bin fürs Publizistikstudium nach Mainz gekommen und dann einfach hier hängen geblieben. Im Herzen bin ich Rheinländer – und der Rhein ist ja auch hier in Mainz.
Warum leben Sie in Mainz?
In so einer schönen Stadt lässt es sich doch gut leben. Ich mag die Geselligkeit, dass Mainz Großstadt und Dorf in einem ist, die Wege kurz sind und man schnell ins Gespräch und auch ins Geschäft kommt. Ich wohne in der Neustadt, da fühle ich mich sehr wohl.
Worauf könnten Sie in Ihrer Stadt gern verzichten?
In meiner Stadt und ganz allgemein: auf Hass und Vorurteile. Wenn wir offen und freundlich aufeinander zugehen, wird das Leben für alle leichter. Abgesehen davon möchte ich auf gar nichts verzichten, was Mainz lebenswert macht. Wir haben hier ein gutes Gespür dafür, wenn es etwas zu viel ist, und finden dann oft ganz gute Lösungen.
Was hat sich in den letzten fünf Jahren zum Guten hin verändert?
Auf das Leben in Mainz bezogen fällt mir hier die entspanntere Handhabung der Außengastronomie ein. Was man im Urlaub schön findet, darf man jetzt auch zu Hause genießen. Persönlich habe ich vor genau fünf Jahren mit meiner Geschäftspartnerin Nina unser Unternehmen LIEBS·CO gegründet und auf eigene Beine gestellt. Ein großer Schritt, den wir bis heute nie bereut haben.
Was zum Schlechteren?
Aktuell ist die Bahnanbindung viel schlechter geworden. Selbst wenn man nur nach Frankfurt oder Wiesbaden will, gibt es Verspätungen und Ausfälle. Ich bin zwar nicht mehr viel in Clubs unterwegs, aber da soll deutlich weniger los sein als früher. Ob das Nachtleben ruhiger geworden ist oder ich selbst, kann ich aber schlecht beurteilen.
Wohin gehen Sie auf einen Drink?
Ich mag die Abwechslung und lasse mich da einfach treiben. Zuletzt war ich gerne im ›Ciao Amore‹, einem kleinen Café in der Klarastraße. Das hat jetzt auch abends geöffnet. Außerdem habe ich ein Herz für alte Bierkneipen.
Ihr aktuelles Stammlokal?
Das ist meine eigene Kneipe, das Bierstübchen im Schatten des Doms. Die habe ich vor zwei Jahren mit Freunden übernommen. Nicht nur, weil ich sowieso dorthin gehe, sondern auch, weil wir einfach viele nette Gäste und ein wunderbares Team haben. Arbeitsplatz und Wohlfühlort in einem.
Ihr aktueller Lieblingsort?
Der Wochenmarkt am Fischtor. Hier treffe ich mich freitags oft vor der Arbeit mit Freunden auf einen Kaffee am Müller- Wagen. Samstags kommen hier viele Menschen vor unserer Kneipe ans Schorlefenster, treffen sich, lernen sich kennen und starten entspannt ins Wochenende.
Welche Einzelhändler schätzen Sie besonders?
Alle, die Austausch statt Konkurrenz leben. Rosel und Anne vom ›Kollektiv‹, Annette von ›Schuh Passion‹ in der Augustinerstraße, aber auch unsere Nachbarn von ›Peoples Place‹ in der Citymeile und Marc von ›Pinke Distel‹ in der Neustadt gehören ganz sicher dazu.
Welches kulturelle Event haben Sie hier zuletzt besucht?
›Scusi Comedy‹ im Postlager – und hin und wieder auch das Unterhaus. Am häufigsten zieht es mich allerdings ins Stadion.
Was vermissen Sie am meisten, wenn Sie nicht in Mainz sind?
Hier soll man jetzt Weinschorle antworten, oder? Nein, es sind meine Freund*innen, mein Zuhause, die Neustadt. Aber auch unsere Läden und das Team.
Vollenden Sie diesen Satz: Mainz ist…
gesellig, warmherzig und bunt (aber da geht noch mehr).
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