
Mit Mut, Stimme und Buch So bekommt das Thema Lesen einen Hauch von Abenteuer: Kinder werden zu ›Leserittern‹ geschlagen. Hinter dem märchenhaften Namen steckt ein ernstes Anliegen, denn die Wiesbaden Stiftung will mit diesem Projekt die Freude am Lesen neu entfachen und die Sprachkompetenz von Grundschulkindern stärken.
Vorlesen als Mutprobe – und als Bühne
Wenn Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klasse in Wiesbaden zu Rittern ernannt werden, geht es nicht um Schilde und Schwerter, sondern um Bücher, Geschichten und Mut. Im Projekt ›Leseritter‹ lernen Kinder, Texte laut und lebendig vorzulesen. Vorlesecoaches von der Wiesbadener Schauspielschule begleiten die Kinder dabei: Sie zeigen, wie Stimme, Betonung und Körpersprache dazu beitragen, Geschichten zum Leben zu erwecken. Denn Lesen ist mehr als Buchstaben aneinanderreihen, es ist Ausdruck, Emotion und Kommunikation. In kleinen Gruppen üben die Kinder, sich zu trauen, vor anderen zu sprechen, und entdecken dabei: Lesen kann Spaß machen.
Acht Einheiten voller Stimme, Ausdruck und Selbstbewusstsein
Die Wiesbaden Stiftung führt das Projekt in Kooperation mit derzeit sieben Grundschulen durch. »Wir verstehen unser Leseritter-Projekt als Ergänzung zur wertvollen Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer und arbeiten mit den Schulen zusammen,« berichtet Alrun Schößler, Vorständin der Wiesbaden Stiftung. In acht Einheiten wird das laute Lesen geübt. Schauspielerische Atem- und Sprechübungen helfen zudem, Schüchternheit abzubauen und Selbstbewusstsein zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht der Spaß. Kein Test, keine Bewertung – nur Sprache, Stimme und Ausdruck. Die Resonanz ist gut und die Wiesbaden Stiftung würde gerne mehr Schulen in das Programm aufnehmen. Doch dafür fehlen im Moment die Mittel.
Ritterschlag im Rathaus – ein Moment, der zählt
Die Leserritter-Kurse starten in der Regel vor den Osterferien, den Abschluss bildet dann kurz vor den Sommerferien ein ganz besonderer Höhepunkt: Im Rathaus erhalten die Kinder ihren Ritterschlag durch Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende persönlich. Mit Schwert und Urkunde werden sie offiziell zu ›Leserittern‹ ernannt.
»Beim Leseritter erleben die Kinder, dass ihre Stimme zählt«
Was verspielt klingt, hat eine tiefe Bedeutung. Die Wiesbaden Stiftung hat das Projekt aus einem ernsten Grund ins Leben gerufen. Denn Studien zeigen immer wieder: Viele Kinder in Deutschland können am Ende der Grundschule nicht richtig lesen. Das hat Konsequenzen weit über den Schulerfolg hinaus. »Natürlich geht es darum, den Wortschatz zu erweitern und die Fähigkeit zum Verständnis komplexerer Sachverhalte zu erweitern. Es geht aber auch um übergeordnete Ziele, denn beim Leseritter erleben die Kinder, dass ihre Stimme zählt«, sagt Alrun Schößler. »Im besten Fall ist das ein Schlüsselmoment, nicht nur fürs Lesen, sondern für das ganze Leben.«
Analog statt Ablenkung – ein Gegenimpuls zur digitalen Welt
In einer Zeit, in der digitale Ablenkungen ständig um Aufmerksamkeit buhlen, setzt das Projekt ein bewusst analoges Zeichen. Es zeigt, dass Lesen nicht nur Mittel zum Zweck, sondern auch Erlebnis sein kann. Dass das Eintauchen in Geschichten Empathie, Kreativität und Herzensbildung fördert. Werte also, die modernen Rittern gut stehen – jung und alt.

Die Wiesbaden Stiftung ist die Bürgerstiftung dieser Stadt. Sie wurde im Jahr 2003 durch einen Zusammenschluss von vielen Wiesbadener Bürgerinnen und Bürgern gegründet und hat ihren Sitz am Michelsberg. Das Projekt Leseritter wird durch Spenden finanziert. Jede Spende hilft, um noch mehr Kinder zu erreichen.
Spenden an:
Kontoinhaber: Die Wiesbaden Stiftung
IBAN: DE74 5109 0000 0001 0005 00
Verwendungszweck: Spende Leseritter
Für die Zuwendungsbestätigung bitte Adresse angeben!
Spenden:
wiesbadenstiftung.de/jetzt-spenden
Website:
wiesbadenstiftung.de/projekte/leseritter
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