
»Großartig! Das muss verwirklicht werden!« Das bekommt Jürgen Willen zu hören, wenn er das Projekt H2 Campus Berlin vorstellt. »Unsere Keimzelle für ein Hydrogen Valley ist bis ins kleinste Detail nachhaltig und durchdacht. Sie eröffnet eine Perspektive für die Wasserstoffnutzung mitten in Berlin«, sagt der Architekt und ergänzt mit einem Seufzen: »Aber ich denke, der Campus wird zuerst in Usbekistan oder Kasachstan verwirklicht.« Ein Projekt, das zum Thema Wasserstoff von den Ideen und Konzeptionen bis hin zur Fertigung von Herstellungskomponenten alles auf einem ehemaligen Industriestandort am Treptower Kanal verbindet. Rund 5.000 Menschen könnten hier arbeiten. Eine denkmalgeschützte Immobilie würde in das Gesamtkonzept von drei weiteren modular aufgebauten Gebäuden integriert werden. Hergestellt werden sie in Holzhybridbauweise. Der Strom wird über drei ringförmige Solardächer erzeugt, darunter Photovoltaik für Thermie als Heizung. »Das ›Abfallprodukt‹ ist warmes Wasser«, sagt Willen mit Schmunzeln. Weiterer Energieerzeuger sind spiralförmige Turbinen, die an den Tragwerken des luftigen, von Kühltürmen durchzogenen Gebäuden angebracht sind.
Es entstehen Innenhöfe, die statt zu Kantinenessen zu Streetfood einladen; ein Marktplatz gehört dazu, auf dem auch auf dem Areal nachhaltig produzierte Lebensmittel verkauft werden. Denn das Projekt ist auch optisch grün. Auf den vier Hektar Grund erwachsen über Fassadenbegrünung, Gärten und Urban Farming rund fünf Hektar Grünfläche. Firmen sollen hier angesiedelt werden, in denen die Zukunftstechnologie geplant und vermarktet wird. Aber auch Produktionsflächen, wo von Kleinteilen bis hin zu kompletten Wasserstoffproduktionsanlagen in Containern alles dafür gefertigt wird. Das Thema Mobilität wird bis ins kleinste Detail mit geplant. So sind neben unterirdischen Parkplätzen mit E-Ladestruktur auch gesicherte Abstell- und Ladepunkte für Fahrräder geplant. Umkleiden und Duschen inklusive. Eine Kita und ein Pet-Zoo sind Bestandteil der Planung, damit während der Arbeit sowohl der Nachwuchs als auch das Haustier betreut werden können. Die Inneneinrichtung? Selbstverständlich nachhaltig, etwa mit Sitzschalen aus Hanf.

Wie ist der Umsetzungsstand? »Es gibt Interessenten, darunter die Vermögensverwalter namhafter Familienunternehmen, die einsteigen würden, aber die grundlegende Kreditfinanzierung stockt«, sagt Willen. »Eine Politik, die der Transformation zur konsequenten Nutzung von Zukunftstechnologien hinterherläuft, widersprüchliche Ansagen macht und den Kurs kurzfristig ändert, fördert nicht die Bereitschaft von Kreditgebern, den H2 Campus Berlin mit Hunderten Millionen Euro abzusichern.« Willen weiß, dass die Idee seines Teams verwirklicht werden wird. Sein Architekturbüro agiert weltweit, lebt von Empfehlungen vor allem in Asien oder Afrika. Dort setzt er derzeit spannende und nachhaltige Projekte um. Und ja, es gibt Interessenten für den Wasserstoff-Campus aus Vorderasien. In der Berliner Luft fehlt der Bezug zur Komponente Wasser noch …
»Wir verwirklichen unsere Bauprojekte nicht nach der Größe, sondern nach dem Anspruch.«
– Jürgen C. B. Willen, Architekt
Willen Associates Architekten
Wilhelmstraße 40, 65183 Wiesbaden
0611 992480
Große Kunst
Junge Fotografie und mehr
Vorlaut
Life doesn’t frighten me
Aus der Gesellschaft
Über die besten Eier, die Welt und Hühnerglück
Der Frankfurter Globetrotter
Demokratie zum Hören
Restaurant Tipps
Fine oriental Food
Küche mit Haltung
›Meet and Eat‹ im Kreuzberger Himmel
Zeit für dich
Wo Ruhe zum Luxus wird
Schnell und präzise
Entspannung mit Weitblick
Lebensfreude steht im Mittelpunkt
Leckere Rezepte
Erdbeertörtchen
Oladky zum Vernaschen!
Gaumenschmaus à la Ukraine
Matcha Haferlatte
Mode & Fashion
Zur Kultur des Geschmacks
Unaufdringliche Ästhetik