
Das Gartenjahr beginnt, und wir wollen nach dem Wintergrau den neuen Elan für eine wirklich lebendige Gartenoase oder wenigstens einen üppig blühenden Balkon nutzen, der gern von Insekten angeflogen wird. Eine Fülle an Inspiration bietet die diesjährige Ausgabe des Pflanzwettbewerbs ›Deutschland summt!‹.
Warum Wildbienen für unsere Gärten so wichtig sind
Zu lange waren die Honigbienen im Fokus, beileibe keine wilde Art, und sie bestäuben auch nur einen Bruchteil der heimischen Pflanzen. Um wahrhaftig die Vielfalt zu erhalten, müssten wir uns mehr um die Wildbienen kümmern. Wenige Menschen kennen die friedliebenden Wildbienen, dabei erledigen sie den Großteil der Bestäuberarbeit in unseren Landschaften. Rund 600 Arten soll es in Deutschland noch geben, manche sind winzig klein, andere wie die eindrucksvolle blaue Holzbiene werden daumendick. Viele Wildbienen sind sehr selten geworden und schauen nur dann in unseren Gärten vorbei, wenn wir ihnen das Richtige anbieten. Mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen lassen sie sich jedoch anlocken, entscheidend ist ein reich gedeckter ›Blütentisch‹ vom Frühjahr bis in den Herbst. Aber damit tut sich die Hobbygärtnerei hierzulande oft schwer, da vielerorts vor allem im Frühjahr auf Schau gepflanzt wird, während später Rasenflächen und immergrüne Hecken dominieren.
Wildbienen im Garten fördern: Die besten Pflanzen
Besonders faszinierend sind die vielen Nahrungsspezialisten unter den Wildbienen, denn so vielfältig wie sie selbst sind auch ihre Nahrungsquellen. Einige Arten tragen ihre Lieblingspflanzen praktischerweise gleich im Namen: Die Natternkopf-Mauerbiene besucht fast ausschließlich den üppig enzianblau blühenden Natternkopf, der seit einigen Jahren aus dem Elsass von selbst einwandert. Die Rainfarn-Seidenbiene wiederum ist auf Rainfarn spezialisiert, die Glockenblumen-Sägehornbiene sammelt nur an Glockenblumen, und die Knautien-Sandbiene nutzt Knautien und Witwenblumen. Wer diese Pflanzen im Garten ansiedelt, fördert also genau diese seltenen Arten gezielt. Wie es dann bereits binnen weniger Tage um eine Natternkopf-Pflanzung summt und brummt, ist ein herrlicher Anblick.
Heimische Wildblumen für Balkon und Garten
Frühling und Frühsommer sind ideal, um Stauden zu pflanzen oder Wiesenbereiche einzusäen. Aber wir müssen ihnen den Boden bereiten, denn die meisten heimischen Wildblumen bevorzugen es nährstoffärmer. Sand hilft dabei, den Boden abzumagern. Hochwertige Saatgutmischungen sollten ausschließlich heimische Arten enthalten, am besten aus regionaler Herkunft. Für spätere Blühaspekte eignen sich Pflanzen wie Blutweiderich, Wiesen-Flockenblume, Berg-Aster, Echtes Eisenkraut, Wegwarte oder Fetthenne. Auch Kräuter wie Feld-Thymian, Steppen-Salbei und Rosmarin bieten über lange Zeit Nahrung.
Geduld zahlt sich aus: Naturnahe Gärten entwickeln sich nachhaltig
Und etwas Geduld müssen wir aufbringen, denn ausgerechnet die attraktivsten Arten sind oft zweijährig. Natternkopf, Königskerze, Wilde Karde oder Wilde Möhre zeigen ihre volle Blütenpracht erst im Folgejahr. Haben sie jedoch in unseren Gartenoasen einmal Fuß gefasst, säen sich meist selbst weiter aus. Wer noch mehr und diverse Lebensräume schaffen möchte, kann Totholz aufschichten oder offene Sand- und Lehmstellen anlegen, denn rund 75 Prozent der etwa 600 heimischen Wildbienenarten nisten im Boden. Wir wünschen viel Erfolg!

Deutschland summt! Pflanzwettbewerb 2026 Gestalten Sie eigene Blühoasen und bieten Sie Best-Practice-Beispiele, die zur Nachahmung animieren! Mitmachen können: Alle! Familien, Kitas, Schulen, Unternehmen, Vereine – jede Fläche zählt! Kategorien: Balkone, Terrassen, Dachgärten, Kleingartenparzellen; Schul- und Kita-Gärten; kommunale Flächen; Vereinsgärten u.v.m. Wettbewerbszeitraum: Seit dem 1. April bis zum 31. Juli 2026 können Wettbewerbsbeiträge online gestellt und bearbeitet werden. Jetzt schon vorbereiten: Insektenfreundliche Fläche planen, Bilder des ›Vorher‹-Zustandes machen (!) und loslegen. Wichtig ist nicht nur die fachgerechte naturnahe Gestaltung, sondern auch die Frage: Wie springt der Funke über? Ob Infotafel, kleines Fest, Nachbarschaftsaktion oder Pflanzworkshop – alles, was für Naturgärten begeistert, fließt in die Bewertung ein.
Alle Infos unter: pflanzwettbewerb.de
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