
Mit der Ausstellung ›uncertain ground‹ präsentiert der Fotograf und Künstler Dennis Haustein im Literaturhaus Darmstadt eine vielschichtige Auseinandersetzung mit unserem Verhältnis zur Natur und den ideologischen Bildern, die wir von ihr geschaffen haben. Die Ausstellung ist Teil der World Design Capital 2026.
Natur zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Ideologie
Haustein, dessen fotografische Arbeiten sich seit Jahren mit der Geschichte des menschlichen Umgangs mit Natur beschäftigen, untersucht insbesondere die wissenschaftliche Repräsentation von Natur als Ausdruck gesellschaftlicher und ideologischer Diskurse. Immer wieder richtet er seinen Blick dabei auf die Natur im urbanen Raum und auf jene unscheinbaren Übergänge zwischen Kultur, Infrastruktur und Landschaft. Seine oft forensisch anmutenden Arbeiten hinterfragen die sozialen Konstruktionen hinter dem Begriff ›Natur‹ und machen sichtbar, wie eng Wahrnehmung, Machtstrukturen und demokratische Vorstellungen miteinander verwoben sind.

Das Konzept der Kontamination
Im Zentrum von ›uncertain ground‹ steht das Konzept der ›Kontamination‹, das die Anthropologin Anna Lowenhaupt Tsing in ihrem Buch ›The Mushroom at the End of the World‹ beschreibt. Kontamination erscheint hier nicht als etwas rein Negatives, sondern als grundlegendes Prinzip des Zusammenlebens: als permanente Berührung, Durchmischung und wechselseitige Abhängigkeit aller Lebewesen. Hausteins Arbeiten greifen diese Idee auf und erzählen von komplexen Verflechtungen zwischen Zerstörung, Koexistenz, Konflikt und zufälligen Begegnungen. Die Ausstellung verbindet wissenschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Fragestellungen mit einer präzisen visuellen Sprache. Dabei entstehen Bilder, die gleichermaßen analytisch wie poetisch wirken und den Blick auf Natur als vermeintlich klar definierte Kategorie bewusst verunsichern.

Rooftop Day Frankfurt
06. Juni 2026, 16–22 Uhr
Weitere Infos:
visitfrankfurt.travel/rooftop-day
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