There is no better place than gym – über Ehrenamt und die Leidenschaft für Sport

In Wiesbaden geboren, in Birlenbach aufgewachsen und in Limburg lebend: Maurice Robinson, Jahrgang 1978, steht für Basketball, Sportschuhe und Teamgeist.

Ein leidenschaftliches Trainer-Duo: Marco Pöllath und Maurice Robinson. Foto: Ira Wirth

Wenn sein 14-jähriges Ich ihm einst gesagt hätte, er lande mal beim Basketball, hätte er womöglich gezweifelt. Seinerzeit im Handball aktiv und nach eigener Aussage in diesem Sport zehnmal besser, zog es den Limburger erst mit 15 Jahren zum Basketball. Der heute in München lebende ehemalige Limburger Basketballer Markus Nauheim hat ihn bei einem Streetball-Turnier angefixt. Robinson blieb dem Sport treu. »Basketball ist kulturell genau meins. Die Musik, die Leute, die coolen Schuhe.«

Ein Jahr probierte der Deutsch-Amerikaner parallel beide Sportarten, entschied sich allerdings dann für den Basketball. Ich bin mir sicher, das hat mit den Schuhen zu tun. Es heißt, er habe über 130 Basketballschuhe, die ›Jordan 1‹ mehrere zig Mal. Das sei ja schließlich 1984 der allerbeste Schuh gewesen, so Robinson. Klar, die braucht man dann mehrfach.

»Wir waren die jungen Typen, die immer mittrainiert haben und auch mal für 90 Sekunden in der Ersten eingesetzt wurden«, erzählt Robinson mit verträumtem Blick in Richtung ruhmreiche Vergangenheit der damals noch VfR-19-Basketball-Abteilung. In der Saison 1997/98 erlebt Robinson den Aufstieg der Ersten Herren-Mannschaft in die Zweite Bundesliga noch als Zuschauer in der aus allen Nähten platzenden Turnhalle der Tilemannschule. Die Stimmung beim entscheidenden Spiel damals ist grandios. Ab da gibt es für Robinson kein Halten mehr und der große orangefarbene Ball spielt die erste Geige im Leben des Limburgers. Mit viel Disziplin und Zuverlässigkeit kämpft er um Techniken, Bälle und Punkte für seine Mannschaft. Viele Jahre spielt er in der Regional- und Oberliga, denn der Aufenthalt in der 2. Bundesliga ist kein dauerhafter.

Konzentration in der Kabine. Foto: Ira Wirth

Dass die Liebe zu diesem Sport seinen beiden Kindern in die Wiege gelegt wurde, versteht sich von selbst. Sowohl der 13-jährige Jake als auch die 11-jährige Lucy haben die Leidenschaft für die vier Viertel in der Halle entdeckt, spielen aktiv im Verein. Sehr gut, wie ich finde, denn eine Turnhalle ist ein ausgezeichneter Platz für Kinder und Jugendliche. Wo sonst kann man sich so gut abreagieren, ausprobieren, wetteifern, Freund*innen finden, Menschen anderer Nationen treffen, Fairness lernen? Robinson stellt fest: »In Basketball-Hallen ist kein Platz für Rassismus.« Die vielen Nationen, die seit Jahrzehnten mit- und gegeneinander spielen, sind das beste Beispiel für Integration mit einem gemeinsamen Ziel: dem Sport. In der Halle steht der Respekt voreinander an erster Stelle. Das sieht Maurices Frau Kathrin genauso. Die Lehrerin unterstützt ihren Mann und ihre Kin- der, wo sie nur kann: Fahrdienste, Essen vorbereiten, Trikots waschen, Motive für die Meisterschafts-Trikots entwerfen. Meisterschafts-Trikots? Richtig gelesen. Vor sechs Jahren begann Robinson, als Trainer der U 10 mitzuarbeiten, führt dieses Team seitdem durch die Pubertät von Erfolg zu Erfolg. Mit dem Erreichen der Meisterschaft der Landes-Liga feiern die U-14-Baskets ihre Leistung mit einem neuen Trikot, entworfen und gedruckt von Kathrin Robinson.

Der Erfolg ist der eines Trainer-Duos: Gemeinsam mit Marco Pöllath verbringt Robinson seit sechs Jahren Stunde um Stunde in der Halle. Seit sechs Jahren telefonieren sie täglich, um sich auszutauschen, Organisatorisches zu besprechen, Techniken zu optimieren. Die beiden leidenschaftlichen Coaches schenken ihren Schützlingen ihre Zeit, ihren Teamgeist, ihr Vertrauen. »Wir holen 100 Prozent aus den Kindern raus und trainieren hart mit ihnen«, so Robinson. Es gebe klassische Talente, denen man die Basics beibringe, und es gebe immer die, die größer und schneller seien. Und es gibt die, die durch die Robinson-&-Pöllath-Schule gehen. Die immer wiederholen und diszipliniert trainieren, um die Fehlerquote so gering wie möglich zu halten. Das schafft Vertrauen. Für Robinson der wahrhaftigste Wert unter den echten Werten. Vertrauen der beiden Trainer in die Mannschaft, Vertrauen innerhalb der Mannschaft und schließlich Selbstvertrauen für die Kinder. Gut, dass es ehrenamtliche Trainer wie Robinson und Pöllath gibt, die Kindern so viel mehr als nur die Leidenschaft für Sport vermitteln.


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