
Die Räumlichkeiten wirken großzügig, einladend und stilvoll. Die Decken sind hoch und mit historischem, restauriertem Stuck verziert. Auch eine hochwertige Kaffeemaschine war der Ärztin wichtig, damit sich die Patientinnen auf Wunsch bei einer guten Tasse Kaffee oder einem Espresso entspannen können. Eine »Wohlfühloase« nennt das Dr. Döhring-Schlusnus, die dazu beitrage, eine angenehme, warme und herzliche Atmosphäre zu schaffen.
Denn sie hat in vielen Gesprächen mit von Beschwerden betroffenen Frauen erfahren, dass gerade der weibliche Intimbereich oft eine Tabuzone ist, über die man nicht gern spricht. Frauen seien es häufig gewohnt, viele Dinge mit sich selbst auszumachen oder Probleme einfach hinzunehmen. Würden sie sich doch überwinden und eine gynäkologische Praxis aufsuchen, gebe es selbst auf ärztlicher Seite oft noch Vorurteile gegenüber chirurgischen Veränderungen im Intimbereich. Betroffene bekommen dann schnell das Gefühl, ihre Beschwerden seien eine zu ertragende Lappalie, und ziehen sich eingeschüchtert mit ihrem Wunsch nach Veränderung zurück. Das erstaunt, wenn man sich mit Behandlungsmethoden der Intimchirurgie befasst, die die Lebensqualität betroffener Patientinnen erheblich verbessern können. Nicht selten ist die klare Meinung nach der Operation: »Hätte ich gewusst, wie gut es mir jetzt geht, hätte ich mich viel früher für eine Operation entschieden.«
Zwischenzeitlich strebte Dr. Döhring-Schlusnus eine akademische Hochschullaufbahn an, erkannte dann aber, dass die praktische chirurgische Tätigkeit und insbesondere die Behandlung von Frauen sie faszinierte und ausfüllte. Daher nimmt sie sich Zeit für ein ausführliches Kennenlerngespräch, hört aufmerksam zu und verfügt über ein Netzwerk, falls die Patientin mit ihrer Problematik bei ihr nicht an der richtigen Stelle ist. Ihr Hauptaugenmerk gilt dem weiblichen Intimbereich und hier gebe es in der Behandlung und Betreuung »einen echten Nachholbedarf«. Mit dem festen Willen, eine vertrauenswürdige, spezialisierte Anlaufstelle anzubieten, eröffnete sie im Oktober 2024 ihre neue Praxis in einer stilvollen Villa und glaubt fest daran, vielen Frauen erfolgreich weiterhelfen zu können.
Die Hürde für die Patientinnen sei oft, sich zu einem Beratungsgespräch zu trauen. Wenn jedoch erst einmal Vertrauen gefasst und eine gute Bindung aufgebaut sei, sei für viele Patientinnen der nächste Schritt zu einer Operation keine Hürde mehr. Und so freut sich die Ärztin über jede Patientin nicht primär wegen des finanziellen Aspekts, sondern weil sich damit wieder eine Frau getraut hat, sich trotz Scham zu öffnen und sich Hilfe zu suchen.
Dabei ist der Besuch in vielen Fällen nicht rein ästhetisch motiviert, sondern erfolgt aufgrund funktioneller Beschwerden. Die Hauptgründe für Frauen, sich in ihrer Sprechstunde vorzustellen, sind zum einen lange, über das Niveau der äußeren Labien herausragende innere Labien, was zu Schmerzen beim Sport oder beim Tragen enger Kleidung führen kann. Zum anderen sind es Beschwerden durch Vernarbungen infolge von kleineren Rissen unter einer Entbindung. Kombiniert sind diese Beschwerden manchmal mit Beckenbodenproblemen oder Schleimhautveränderungen aufgrund des Alters oder hormoneller Umstellungen. Hier brauche es eine besonders präzise Diagnostik und Anamnese sowie eine Behandlung des Gesamtbildes, so Dr. Döhring-Schlusnus. Ein ambulanter Eingriff bringe oft eine spürbare Erleichterung, die bereits direkt nach der Operation eintrete. Die Eingriffe werden in Ingelheim ambulant und auf Wunsch unter Sedierung durchgeführt. Nach einer kurzen Heilungsphase sind die Patientinnen oft rasch wieder fit. Und dann verweist die Ärztin darauf, dass das eigentliche Hauptproblem weiterhin die Tabuisierung sei und nicht die mangelnden Behandlungsmöglichkeiten. »Doch diese Scham zu überwinden«, sagt die Ärztin lächelnd, »gelingt den Patientinnen langsam, aber sicher immer besser!«
Kaiserin Chirurgie
Bahnhofstraße 88, 55218 Ingelheim
Öffnungszeiten: Di–Fr 9.30–16 Uhr
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