
Unter diesem Motto erobert ein junges Konzept nun auch Mainz. Am Gutenbergplatz hat die Landeshauptstadt eine neue Adresse bekommen, die zeigt, wie Genuss ohne Tierleid aussehen kann. Ein Ort für alle, die ihre Kindheitserinnerungen an Sonntagsbraten und Currywurst bewahren wollen – nur ohne schlechtes Gewissen.
Die Vegane Fleischerei Mainz eröffnet im Herzen der Stadt
Betritt man das neue Ladengeschäft im Herzen von Mainz, wirkt vieles vertraut: die Theke, die Auslage, der Duft. Und doch ist etwas grundlegend anders. Denn hier bekommt man nichts vom Tier. Kein Schnitzel, keine Bratwurst und keine Salami. So heißen die Produkte der Veganen Fleischerei. Neben warmen und kalten Gerichten auf die Hand gibt es frische und abgepackte Ware zum Mitnehmen, unter anderem Suppen, Soßen, Gulasch, Käse- und Fischalternativen.
Erfolgreiches Franchise mit klarer Vision
Seine erste Filiale eröffnete das noch junge Franchiseunternehmen 2023 in Dresden, gegründet von Nils Steiger mit einer Vision, die kaum ehrenwerter sein könnte: eine gerechtere Welt. Steiger und sein Team wollen zeigen, dass Gerichte aus der Kindheit tierleidfrei hergestellt werden können – und trotzdem gut schmecken. Das Unternehmen hat einen Nerv getroffen und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem FutureSAX Gründerpreis 2023, dem PETA Vegan Food Award 2024 und dem SMEKUL Zukunftspreis 2024. Durch die große Nachfrage folgten rasch weitere Standorte in München, Berlin, Köln, Augsburg, Hamburg und Stuttgart. Seit dem 25. April 2026 gehört auch Mainz dazu. Die Stadt ist einer der kleineren Standorte.
Großer Andrang zur Eröffnung
Und doch war der Andrang zum Eröffnungswochenende überwältigend. Besucher*innen standen über eine Stunde Schlange, mehr als 1.000 Brötchen gingen an diesem Tag als Beilage zu Fleischkäse, Frikadellen und Currywurst über die Theke. Auch an einem Dienstagmittag ist der Andrang groß und lässt bis zum Abend nicht nach. Eine Mischung aus Neugier, Überzeugung und guter Laune erfüllt den Raum.
Die Gesichter hinter der Veganen Fleischerei Mainz
Die sympathischen Rubins leiten die zentral gelegene neue Filiale und stehen auch selbst hinter der Theke. Sie sind ›echte Meenzer‹, leben und lieben die Stadt: Christian, Wirtschaftsingenieur mit Erfahrung im Einkauf, und Julia seit Jahren mit ihrem Franchiseunternehmen Laufmamalauf in der Stadt verwurzelt und bestens vernetzt. Als sie im August letzten Jahres einen Post zur Neueröffnung der Filiale in Köln sehen, ist Christian gerade auf Jobsuche und der Entschluss schnell gefasst. »Wir wussten, das ist eine einmalige Chance.« Sie besuchen die Standorte Köln und Dresden und überzeugen sich selbst vom Konzept, von der Qualität und Vielfalt des Angebots. Wenige Monate später stehen sie auf der Baustelle, renovieren, planen, bereiten vor. In der gesamten Zeit werden sie von der Dresdner Zentrale begleitet, zur Eröffnung kommt als Unterstützung extra ein vierköpfiges Team nach Mainz. Der Standort am Gutenbergplatz in den ehemaligen Räumen des Herrenausstatters Monsieur C. O. Reuters ist für die beiden ein Glücksgriff. Sie sind überzeugt, dass das Konzept in dieser zentralen Lage in Mainz aufgeht: »Die Mainzer essen gerne gut.«
Regionale Spezialitäten treffen auf vegane Innovation
Rund 70 Prozent des Sortiments stammen aus der hauseigenen Manufaktur in Dresden, wo sechs Lebensmitteltechnolog*innen kontinuierlich an Rezepturen arbeiten. Die Basis bilden Seitan, Erbsenprotein und Soja. Man setzt auf Qualität und kurze Lieferketten. Was nicht selbst produziert wird, etwa Soßen oder Käse, kommt von deutschen und europäischen Partnern wie Amala oder Cashewrella. Regionalität wird dabei großgeschrieben, auch innerhalb der Kette. In Dresden gibt es Soljanka, in Stuttgart Maultaschen und in Mainz selbstverständlich Spundekäs. Den haben die Rubins eigens kreieren lassen. Eine Fleischwurst als Kringel ist bereits in Arbeit. Beim Mainzer Marktfrühstück bieten sie natürlich ihre pflanzlichen Varianten zu Weck und Woi an.
Nachhaltigkeit ohne Missionierung
Die Rubins ernähren sich selbst (noch) nicht zu 100 Prozent vegan – und vielleicht sind sie gerade deshalb so authentisch. Julia legte vor einiger Zeit aus gesundheitlichen Gründen eine Säure-Base-Woche ein und stellte fest, dass vegane Ernährung einfacher und abwechslungsreicher war als gedacht. Seitdem integrieren beide Schritt für Schritt immer mehr pflanzliche Alternativen. »Wenn man sich die Auswirkungen der Fleischproduktion auf die Umwelt anschaut und wie viele gesundheitliche Vorteile eine pflanzliche Ernährung mit sich bringt, dann ist die einzige Konsequenz, das Fleisch wegzulassen.« Julia Rubin und ihr Mann wollen aber weder polarisieren noch missionieren. Ihr Anspruch ist ein anderer: ein Angebot schaffen, Neugier wecken und zeigen, dass vegane Ernährung keinen Verzicht bedeutet, sondern Vielfalt. Es ist eine Einladung, beim nächsten Grillabend etwas Neues auszuprobieren und Steak oder Würstchen auf den Rost zu legen, die tierleidfrei und umweltfreundlicher produziert wurden.
Ein neuer kulinarischer Impuls für Mainz
Kritik? Bekommen die beiden kaum. Und wenn doch, gehen sie gelassen damit um. Denn für sich selbst haben sie eine klare Haltung gefunden: »Es gibt eigentlich keinen guten Grund, sich nicht vegan zu ernähren.« Mainz erhält mit diesem Ort nicht nur eine konkurrenzlose neue Adresse für Fleischalternativen, sondern eine neue Erzählung, in der Tradition und Transformation Hand in Hand gehen.

Auch in Frankfurt kann man sich jetzt über eine Filiale der Veganen Fleischerei freuen. Die Brüder Felix und Sebastian Koch eröffneten am 9. Mai in der Leipziger Straße 49.
Vegane Fleischerei Mainz
Gutenbergplatz 2 55116 Mainz 01605757397
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 11.30–19 Uhr Sa 10.30–19 Uhr
vegane-fleischerei-mainz.de/pages/standorte-mainz
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