Glück im Fertighaus

Lange Zeit sprach man der Fertighausbranche den hohen Anspruch der Architektur ab. Doch die Unternehmen haben sich und ihre Häuser verändert. Dirk Becker im Gespräch mit Friedemann Born, Vertriebsleiter bei Bien-Zenker

Die Fertighausbranche boomt und Sie gehören mit Bien-Zenker zu den Gewinnern einer Professionalisierung des Bauens. Was machen Sie besser als andere?

Mit über 80.000 gebauten Häusern gehört Bien-Zenker zu den beliebtesten Fertighausherstellern in Deutschland und auch in Europa. Wahrscheinluch deshalb, weil wir das Unternehmen auf eine moderne, ansprechende Architektur ausgerichtet haben. Dabei war es uns wichtig, solide und verantwortungsbewusst zu wachsen. Wir betrachten uns in der Fertighausbranche in einer Pionierrolle in Sachen Nachhaltigkeit. Das gilt für die Bereiche Soziales, Ökonomie und Ökologie und – heruntergebrochen auf die Handlungsebene – den sorgsamen Umgang mit Ressourcen ebenso wie mit Mitarbeitern und Kunden. Gerade die Fokussierung auf die Kundenwünsche, das Erkennen von Trends, die Digitalisierung und Weiterentwicklung zusammen mit alten Werten wie Ehrlichkeit, Transparenz und Verbindlichkeit ist uns recht gut gelungen. Insbesondere bei der Digitalisierung muss man noch erwähnen, dass sie nicht nur Teil der Unternehmens-Strategie, sondern Teil der Unternehmens-DNA über den gesamten Prozess der Customer Journey ist: Bei der Planung, Fertigung samt Roboter und auch in Form unserer neuen Bauherren-App, die den Kundennutzen schon bei der Planung immer vor Augen hatte.

Ihre Kunden können sicher sein, dass sie einen festen Preis, feste Termine einerseits erhalten und anderseits dennoch viel Flexibilität und Service erwarten können. Wie schaffen Sie das?

In der Corona-Krise zeigt es sich umso deutlicher: Bauen ist Vertrauenssache. Es braucht Termintreue, Verbindlichkeit, aber ebenso Empathie, ›offenes Ohr‹, dann aber auch strukturierte Prozesse und Denkweisen. Wir können beides. Wir sind nicht die Billigsten am Markt; das wollen wir auch nicht sein, denn das sollte auch nicht die Richtschnur der Entscheidung für den Baupartner sein. Vielmehr geht es um preiswertes Bauen, also darum, dass das Produkt Haus und der gesamte Prozess seinen Preis wert ist. Wir sind in der glücklichen Lage Kunden zu haben, die bei der Hausplanung heute schon an morgen denken. Wir wollen unseren Bauherrschaften dabei ein guter Partner sein. 

Grundstücke und Immobilien in gewissen Städten sind mittlerweile enorm teuer. Ist es das Ende der Landflucht und die Menschen gehen wieder mehr aufs Land zurück?

Es gab schon immer Trends und Gegentrends. Fest steht, dass wir uns verstärkt Gedanken um Mobilität, Stadt versus Land, die Urbanität und die Nachverdichtung machen müssen. Denn Baugrund wird rarer und teurer, und den Altbaubestand in der Fläche zu erhalten ist energetisch nicht sinnvoll. Also werden sich die Bauschaffenden und auch die Bauherren fragen müssen, wie die neue Architektur des verdichteten Bauens – auch in Quartierlösungen – aussehen kann. Oder anders: Wie schaffen wir es, auf engeren Räumen effektiv zu bauen und gleichzeitig der Individualität und Privatsphäre der Menschen gerecht zu werden? Wir merken aber auch, dass es nicht mehr nur um das Leben im Fokus der Arbeit geht, sondern um Work-Life-Balance, Achtsamkeit, Ökologie, Natur, Gardening. Die Menschen wollen leben, gerne auch im Grün und suchen deshalb gezielt ländliche Lagen, die zudem noch bezahlbarer sind als in der Stadt. 

Interview mit Vertriebsleiter Friedemann Born


Immobilienbesitz bedeutet für viele Menschen: Prestige, Vorsorge, Status, aber auch Familie, Verbindlichkeit und Gemeinsinn. Wem raten sie zum Hausbau?

Die Sinnhaftigkeit muss innerhalb der Familie erkannt werden, sonst wird es schwierig oder scheitert sogar. Bauen sollten Menschen, die diesen Wert für sich entdeckt haben, sei es als Familie, Paar mit Hund. Unsere Kunden suchen den perfekt auf ihre persönlichen Anforderungen und Lebensgewohnheiten zugeschnittenen Lebensraum. Und unsere Aufgabe ist es, diesen individuellen Lebensraum, gemeinsam mit unseren Kunden zu planen und zu bauen. Es sind meistens die Menschen, die verbindliche soziale Beziehungen eingehen wollen und können. So gesehen ist Bauen tatsächlich ebenfalls nachhaltig.

Bien Zenker baut nicht nur Häuser, sondern engagiert sich zunehmend für das Thema Nachhaltigkeit. Könnten Sie ein paar Beispiele nennen und erklären, warum das Thema ›Nachhaltigkeit‹ Ihnen wichtig ist?

Am Beispiel Haus bedeutet das den Einsatz ökologischer Baustoffe, ein niedriger Primärenergieaufwand bei der Herstellung, eine hohe Qualität für Langlebigkeit sowie höchste Energieeffizienz etwa durch das Konzept ›Plus-Energiehaus‹. Das heißt, unsere Kunden profitieren von Energieersparnis, Werterhalt, Zukunftssicherheit, Wohngesundheit und Komfort. Doch für uns als Bien-Zenker wollen wir noch mehr: Begriffe wie Nachhaltigkeit und Zukunftssicherheit sollen bei uns keine netten Worte bleiben. Statt zu philosophieren oder zu lamentieren lassen wir Taten sprechen. Auch deshalb haben wir ein ›Bienenbegegnungshaus‹ auf unserem Stammsitz in Schlüchtern mit einer Million Bienen gebaut. Es geht um unser aller Zukunft und die Aufgabe, Verantwortung für folgende Generationen übernehmen. Dieser Aufgabe stellen wir uns gemeinsam mit unseren Kunden gerne.

Wir leben in unsicheren Zeiten. Erklärt das den Bauwunsch von vielen Familien, die sich nach Sicherheit und einem ›echten Zuhause‹ sehnen?

Mit der Fokussierung auf unsere Kunden haben wir einige Fragestellungen identifiziert, die es unbedingt zu beantworten gilt. Was macht Menschen wirklich glücklich, wonach sehnen sie sich. Die Antworten sind oft sehr klar: Familie, Kinder, Freunde, gute Beziehungen. Das Haus dafür ist sozusagen ein Instrument, eine Investition in die eigene Zukunft, an die man glaubt und die man sich wünscht. Finanzielle Anreize und Niedrigzins befeuern dies, aber sie sind nicht der Auslöser. Wichtiger ist die Beantwortung der Frage: Wie möchte ich leben? Und da bietet Bien-Zenker gute Möglichkeiten an, weil wir gut zuhören können und der Kunde mit seinem individuellem Anspruch das zentrale Thema unseres Denkens und Handelns darstellen.

Herr Born, vielen Dank für das Gespräch.


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