
Sehr geehrte Frau Tausendpfund, wie lautet Ihr Auftrag?
Gesundheit und Lebensqualität der Menschen, die in Wiesbaden leben, zu fördern. Das heißt, Impulse zu setzen und Projekte zu fördern, die der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zugutekommen. Nicht zuletzt ist es auch Aufgabe der EGW, Gesundheitsaspekte in die Politik einzubringen, damit diese bei allen Entscheidungen mit bedacht werden – gemäß der Strategie ›health in all policies‹.
Das klingt gut, aber abstrakt. Können Sie Maßnahmen nennen?
Die sind so vielfältig wie das Thema Gesundheit. Der Fokus liegt auf der Sicherung und Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung, von der alle Bürgerinnen und Bürger profitieren sollen. Eine wichtige Rolle dabei spielt die neue Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden, die gerade in Wiesbaden eröffnet wurde – aktuell die modernste Großklinik Deutschlands. Als Gesellschafterin vertritt EGW dort die Interessen der Stadt.

Zum Hintergrund: Die EGW Gesellschaft ging aus der HSK Rhein- Main-GmbH hervor und ist eine hundertprozentige Tochter der Landeshauptstadt.
Ja, das war Anlass der Umfirmierung im Jahr 2014. Damals wie heute ist die neue Helios HSK ein elementarer Baustein unserer Gesundheitsversorgung in Wiesbaden – und vielfältig verknüpft mit dem städtischen Leben. Wenn ich eine praktische Maßnahme herausstellen soll, dann die 168 Werkswohnungen für das Gesundheitspersonal. Denn das modernste Krankenhaus funktioniert nicht ohne Fachkäfte, weshalb wir zu bezahlbarem Wohnraum für Beschäftigte beigetragen haben.
»Unsere städtische Gesellschaft EGW baut mit an einer Gesunden Stadt. Dafür fördert sie Prävention, vernetzt Aktive des Gesundheitswesens und initiiert zukunftsweisende Projekte. Die EGW ist ein Gewinn für alle Menschen in Wiesbaden.«
Milena Löbcke, Aufsichtsratsvorsitzende der EGW und Gesundheitsdezernentin
Eines Ihrer Ziele ist es, die Gesundheitswirtschaft der Stadt zu fördern, richtig?
Ja. Wiesbaden hat eine Tradition als Gesundheitsstadt. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass die Landeshauptstadt Wiesbaden sich auch heutzutage selbstbewusst als Gesundheitsstadt positioniert. Der ›Masterplan Gesundheitswirtschaft‹ stellt hierfür eine sehr gute Basis dar, um die Voraussetzungen zu schaffen, die gesundheitliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger auch in der Zukunft sicherzustellen. Entscheidend dafür ist, dass Wiesbaden als Standort für Unternehmen der Gesundheitswirtschaft und für deren Beschäftigte attraktiv ist. Hierzu gehören neben bezahlbarem Wohnraum ein Kinderbetreuungsangebot, welches mit den Dienstzeiten in einem Krankenhaus oder Pflegeheim kompatibel ist. Aber auch die Ausbildung von Fachkräften in der Pflege, der Medizin und therapeutischen Berufen ist für die künftige Sicherung der Gesundheitsversorgung in der Region elementar.
Die EGW ist eine Art Gesundheitskoordinatorin der Stadt?
Das trifft es, denn wir koordinieren die vielzähligen Akteure des lokalen Gesundheitswesens. Die anstehende Krankenhausreform spielt dabei eine wichtige Rolle ebenso wie die Sicherung der ambulant ärztlichen, therapeutischen und pflegerischen Versorgung im ganzen Stadtgebiet. Insgesamt geht es um Querschnittsaufgaben, die sowohl öffentliche als auch privatwirtschaftliche Bereiche betreffen. Wir sind für die gesamte Stadt aktiv, aber wir engagieren uns in Quartieren, um Leistungen erlebbar zu machen. Auf dieser Ebene bringen wir beispielsweise aktiv Gesundheitsprojekte mithilfe der ›Stiftung Gesundheitsstadt Wiesbaden‹ auf den Weg.
Die Gesellschaft EGW ist zudem Trägerin der ›Stiftung Gesundheitsstadt Wiesbaden‹. Was hat es damit auf sich?
Auch in der Stiftung dreht sich alles um Gesundheit. Sie unterstützt eine Vielzahl großartiger Projekte, Programme und Initiativen, die dem Gesundheitswesen in unserer Stadt zugutekommen. Dies reicht von Bewegungsförderung mittels eines Fußballplatzes an einer Schule bis hin zu Tablets zur Unterstützung der Telemedizin in Quartieren. Ziel der Stiftung ist es, das Leben der Menschen in Wiesbaden gesünder und lebenswerter zu gestalten. Mit diesen Förderungen setzen wir wirksame Impulse zur Gesundheitsförderung, Prävention, schließen Versorgungslücken und stärken damit nachhaltig die ›Gesunde Stadt‹.
Das dritte Handlungsfeld ist der Gesundheitskompass. Welchen Nutzen hat er?
Besuchen Sie gerne unsere Website und sehen Sie selbst! Dies ist eine Plattform, auf der eine Vielzahl von Informationen rund um Gesundheit zu finden ist, sowie diejenigen, die passende Leistungen hier in Wiesbaden anbieten. Also Krankenhäuser, Ärzte, therapeutische Einrichtungen, Gesundheitskurse, Selbsthilfegruppen, Pflegeeinrichtungen und vieles mehr. Kurzum: ein digitaler Marktplatz der Gesundheitsbranche unserer Stadt.
Sie sind seit einem Jahr im Amt. Worauf setzen Sie den Fokus?
Ich will den Fokus verstärkt auf eine lokale Gesundheitskoordination und deren stetige Weiterentwicklung ausrichten. Wir haben exzellente Fachleute und ein umfassendes Gesundheitsangebot in Wiesbaden. Mit der Gesundheitskoordination verfolgt die EGW das Ziel, die Kompetenzen, die hier in der Stadt liegen, noch intensiver miteinander zu vernetzen. Seit April hat Wiesbaden hierfür sogar eine vom Land geförderte Gesundheitskoordinatorin. Eva Ebel nimmt diese Aufgabe wahr und unterstützt die EGW dabei, die Vielzahl der Angebote sichtbarer zu machen. Schließlich sind es die Menschen in Wiesbaden, die in unterschiedlichen Lebensbereichen erleben sollen, dass sie in einer Gesundheitsstadt leben.
Vielen Dank für das Gespräch.
Zum Gesundheitspass
gesundheitskompass-wiesbaden.de
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