
Ein Rennwagen mit Straßenzulassung. Juhu! Eine Silhouette, die sich über Jahrzehnte nur in Nuancen verändert hat, aber seit 1963 stilprägend ist, als der 911 den 356 ablöste. Das Automobilwerk in Stuttgart-Zuffenhausen produziert seit 1963 diese Ikone des Automobilbaus – ohne Unterbrechung. Das Stammwerk der Sportwagenschmiede ist ein Ort mit langer Tradition. Ingenieure und Freaks, die hier aus Porsche einen Namen mit Klang für die ganze Welt gemacht haben. Einen Klang, der Herzen schneller schlagen lässt.
Mittlerweile produzieren die 3.000 Mitarbeitenden in der Serienfertigung rund 42.000 Exemplare des 911 im Jahr (Quelle: Statista 2023). Nach 56 Arbeitsstunden an 117 Fertigungsstationen und einer peniblen Qualitätskontrolle berühren die Reifen des 911 endlich den Asphalt. Auch die achte Generation dieses Sportwagens ist auf dem Weg, die nächste Legende auf vier Rädern zu werden.
Porsche strebt danach, dass jeder 911er ein Einzelstück ist. Dass zwei Autos mit identischer Ausstattung das Werk verlassen, kommt rechnerisch nur einmal pro Jahr vor. Das Ziel ist es, den ›Most Personal Car‹ zu bauen und Interessierten ein maßgeschneidertes Fahrzeug anzubieten. Die Möglichkeiten zur Individualisierung sind endlos; im Inneren ist die beliebteste Farbe Schwarz, doch auch klassisch braunes Leder erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Bei der Bauart hat die Modellvielfalt schon Tradition.
Als ich meinen 911er zur Testfahrt abhole, ist dieser eisgraumetallic lackiert und sieht extrem cool aus. Eine Sportabgasanlage sorgt für noch besseren Sound als den, der schon im Standard sensationell klingt und den alle E-Modell-Fahrer*innen schmerzlich vermissen werden. Die Tatsache, dass der Wagen ein Cabriolet ist, macht die Ausfahrt an einem herrlichen Sommertag natürlich noch charmanter. Ich weiß, dass ich mit Blitzgeschwindigkeit über die Autobahn donnern könnte, entscheide mich dagegen und mache eine Ausfahrt in den Rheingau, mit tollen Kurven, Schlössern, Kloster und zurück am Rhein entlang. Wind im Haar, fühle mich wie in einem James-Dean-Film. Herrlich.
Meine Erkenntnis: Man muss einen Porsche 911 nicht schnell fahren, um ihn maximal zu genießen. Selbst mit Tempo hundert machte er riesig Freude und sieht sogar geparkt gut aus. Ob ich eine Midlife-Crisis habe? Mitnichten. Ich freue mich des Lebens und kann verstehen, dass Porsche-Besitzer*innen markentreu sind. Der Porsche 911 hat sich das Prädikat ›Mythos‹ verdient – denn einmal 911 heißt üblicherweise immer 911. Ich arbeite dran …

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