
Fotos: Carsten Simon
»Beim freiwilligen Engagement geht es um das pure Leben. Und das Beste daran: Jeder und jede kann hier individuelle Fähigkeiten einbringen.«
-Anna-Marita Leibbrand, das ehemalige Vorstandsmitglied und langjährige Ehrenamtliche
»Beim Gedanken an ehrenamtliches Engagement kommen eher belastende Themen in den Sinn«, erklärt Constanze Bartiromo, Leiterin des Freiwilligen-Zentrums Wiesbaden (FWZ). »Aber wer sieht, was freiwillig Engagierte in unserer Stadt alles auf die Beine stellen, wird staunen, wie viel Leichtigkeit und Vielfalt im Ehrenamt liegt!« Beim Kino oder Theater Karten verkaufen und dann selbst an der Vorstellung teilnehmen. Oder in einem Altenheim ein Sommerfest feiern und lernen, wie man mit einem Rollator unter der Limbostange durchkommt. Regelmäßig Kindern vorlesen, bei einem ›Eintagswerk‹ einen Schlossgarten sensen oder einen Schulhof farbenfroh gestalten.
Solche Erlebnisse gehören ebenso zum Ehrenamt wie die Essensausgabe an Bedürftige, Gänge zu Ämtern oder die Begleitung von Menschen im Hospiz. Jörn Dauer vom FWZ betont: »Man kann beim Engagement so viel erleben! Natürlich beim vielfältigen kulturellen Engagement. Aber oft auch dort, wo man es gar nicht erwartet. Zum Beispiel habe ich gelernt, dass in einem Hospiz nicht nur Trauer herrscht, sondern dass es auch ein sehr fröhlicher Ort sein kann.« Eine ausführliche und individuelle Beratung durch das FWZ hilft Interessierten, die passende ehrenamtliche Aufgabe zu finden – ob nur mal eben oder dauerhaft, leicht oder gewichtig, sichtbar oder unsichtbar, kulturell oder sozial. An die 10.000 solcher Gespräche hat das FWZ bisher geführt – und für fast alle Interessierten ein passendes Ehrenamt gefunden. »Beim freiwilligen Engagement geht es um das pure Leben«, bringt es das ehemalige Vorstandsmitglied und langjährige Ehrenamtliche Anna-Marita Leibbrand auf den Punkt. »Und das Beste daran: Jeder und jede kann hier individuelle Fähigkeiten einbringen.« Die einen lieben es, mittendrin mitzumischen, andere leisten ihren Beitrag lieber im Hintergrund, beispielsweise von zu Hause aus und ohne ein offizielles Amt zu bekleiden. Jedes Engagement zählt.
»Ehrenamt macht glücklich und ist das beste Rezept gegen Einsamkeit.«
– Constanze Bartiromo, Leiterin des Freiwilligen-Zentrums Wiesbaden (FWZ)

»Wichtig ist, dass die engagierte Person sich als selbstwirksam erlebt«, betont Bartiromo. »Bei jedem Engagement kommt etwas Positives zurück.« Keine Frage: Es entstehen auch Belastungen. Dafür ist das FWZ gerüstet und stellt Ehrenamtlichen professionelle Begleitung zur Seite. So stärken sich Menschen gegenseitig beim Engagement für andere. Wiesbaden ist in Sachen Ehrenamt außergewöhnlich breit aufgestellt und gut vernetzt. Dies wird im Gespräch mit dem Team des FWZ ebenso deutlich wie bei einer Feier zum 25-jährigen Bestehen im Rathaus. Als ›Herz und Motor‹ der Stadt wurden die Ehrenamtlichen von Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende gelobt. Wann immer die Stadt vor außergewöhnlichen Herausforderungen stand wie der Aufnahme von Geflüchteten insbesondere 2015 oder aktuell aus der Ukraine, koordinierte das FWZ das Engagement freiwillig Helfender. Ebenso erwies es sich als zuverlässige Koordinierungsstelle für verbindende Aktivitäten während der Corona-Pandemie. In dieser Zeit zeigte sich einmal mehr: Ehrenamt ist eines der besten Mittel gegen Einsamkeit.
Was bei der Jubiläumsfeier Ende September zudem deutlich wird: Im Ehrenamt herrscht ein besonderes Credo des gegenseitigen Respekts. Margarethe Goldmann und Hartmut Boger, die das FWZ vor einem Vierteljahrhundert gründeten, wurden ebenso gewürdigt wie langjährig haupt- und ehrenamtlich Engagierte wie Renate Giebel. Der Vorsitzende Jürgen Janovsky – seit zwölf Jahren im Amt – würdigte das Engagement ehemaliger und aktueller Ehrenamtlicher. Mittlerweile kooperiert das FWZ mit über 500 Organisationen und Einrichtungen. Der Erfolg ist jedoch kein Selbstläufer. Er ist das Ergebnis eines unermüdlichen Einsatzes – von den hauptamtlichen Mitarbeitenden, die tagtäglich mit Kompetenz und Überzeugung die Projekte vorantreiben, von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die ihre Zeit mit viel Herzblut zur Verfügung stellen. Zahlreiche Projekte für zivilgesellschaftliches Engagement wurden von den sogenannten Engagement-Lotsen initiiert. Eine von ihnen ist Dr. Beate Martens-Düring, die im Ruhestand aktiv bleiben wollte und an der vom Land Hessen finanzierten Ausbildung teilgenommen hat. Neben verschiedenen Projekten bringt sich Dr. Martens-Düring im Vorstand des Freiwilligen-Zentrums ein. Das FWZ gehört eindeutig zu den inneren Werten der Stadt Wiesbaden! »Ehrenamt macht glücklich und ist das beste Rezept gegen Einsamkeit« – diese Botschaft ist für Bartiromo und ihr Team wichtig zum 25-jährigen Jubiläum des FWZ. Wer sich nicht selbst engagieren kann, hat trotzdem die Chance, Teil vom Ganzen zu sein: als Mitglied des Fördervereins. Jürgen Janovsky erklärt, wie es geht: »Wenden Sie sich an uns oder kommen Sie einfach zu unseren Treffen. Wir freuen uns sehr, Sie in unserem Freundeskreis willkommen zu heißen!«
Das Freiwilligen-Zentrum ruft die Verantwortlichen auf, die Finanzierung langfristig sicherzustellen. Zudem sind Spenden und ehrenamtliches Engagement willkommen, um die zentrale Rolle des Freiwilligen-Zentrums weiter zu stärken. Informationen über das Freiwilligen-Zentrum Wiesbaden e. V. und seine Entstehungsgeschichtesowie über den unterstützendenFörderverein finden Sie auf den
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