›18 Pfund gemischte Pralinen‹

Nicht mehr und nicht weniger verlangte Pippi Langstrumpf am Tresen im ersten Teil ihrer Abenteuer, und wenn die ›Kummerlose Pillen‹ nicht gewirkt haben, dann würden Pippi, Tommy und Annika heute erwachsene Stammgäste im Schokoladenhaus sein. VivArt war zu Besuch im wohl entzückendsten Geschäft in Limburgs Altstadt und gratuliert zum 15-jährigen Bestehen.

Foto: Milena Gläser

Wir alle haben wohl unsere Erinnerung an den ›unbeschwerten Schokoladengenuss‹ aus der Kindheit. Wir wurden gemaßregelt: Das macht dick, das ist schlecht für die Zähne. So wurde aus der Leckerei eine süße Sünde. Dabei zergeht das Wort selbst mit dem gemütlichen Anlaut und den freundlichen dunklen Vokalen förmlich auf der Zunge. Wenn es möglich ist, dürfen wir bei Frau Reinemund aus ihrem Angebot probieren. Dafür brauchen wir keine Einladung, die Kunden sollen sich bereits im Geschäft von falscher Scheu freimachen. Und man erfährt, dass der Gesundheitswert von zum Beispiel dunkler Schokolade völlig unterschätzt wird. Wer die Zeit mitbringt, wird sich im Gespräch mit Eva Reinemund noch wundern: Sie und ihr fröhliches Team sind DIE Experten für die köstlichen Versuchungen, und für viele Tagesausflügler nach Limburg ist der Besuch im Schokoladenhaus fest eingeplant. Die Stammgäste nehmen weite Wege für die ›Limburger Küsschen‹ und andere Pralinen-Spezialitäten in Kauf. Andere, die zum ersten Mal hier sind, flüstern unwillkürlich, so tief sitzen die Maßregelungen aus der Kindheit. Aber jeder, der eintritt, schnuppert erst mal ausführlich. Es duftet hier betörend nach Trinkschokolade und den Röstaromen der Espressomaschine. Ganz klar ist das ein verführerisch olfaktorisches Thema, und ähnlich wie beim Blumenhändler hat das Schokoladenhaus unter der Pandemie mit den Maskenzwängen gelitten. Nun nehmen wir uns eine ausführliche Nase vom Wohlgeruch hier und lassen die reiche Auswahl wirken, die opulent ist im besten Sinne. Besonders beeindruckt hat uns die große Beratungskompetenz aller Mitarbeiter, was Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten betrifft. Auch vegane Schokolade gibt es sogar in weißen Sorten und auch Vollmilchschokolade, die dann mit Mandel-, Cashew- oder Kokosmilch zubereitet wurde.

Überall sieht man schimmernd glasierte Naschereien in bunten Verpackungen und Bonbonnieren, Schokolade in allen erdenklichen Formen, edel verpackt und ideal als Geschenk, um jemandem eine Freude zu machen. Schon die unzähligen Füllungen der Pralinen machen deutlich, es wird Monate dauern, um das Sortiment wirklich kennenzulernen. Was es nicht alles gibt in dem Schokoladengeschäft! Dass man Kaffees nach exakt bestimmten Lagen und Regionen kauft wie den Wein versteht sich inzwischen von selbst, aber auch Kakao als Naturprodukt sollte dieselbe Aufmerksamkeit haben. Ursprungs – oder Herkunftsschokoladen sind dementsprechend eine Herzensangelegenheit, da für jede einzelne Sorte nur Kakaobohnen des jeweiligen Ursprungslandes verarbeitet werden, wodurch bei jeder Schokolade der Geschmack für das Anbaugebiet des jeweiligen Landes typisch ist. Der Kakao selbst macht nicht dick, aber die Kakaobutter und der Zucker darin, weshalb Frau Reinemund sich für die tief-dunklen, 100-prozentigen Schokoladen starkmacht. Davon reicht ein Splitter, und man reist auf der Zunge förmlich nach Ghana. »Es geht hier um Genussmomente«, weiß die Inhaberin, und wir wissen insgeheim, es dürften Genusswochen sein!

Wir empfehlen, einmal eine Verkostung zu erleben. Hoffentlich werden diese Events im kleinem Kreis ab Herbst wieder möglich. Fragen Sie direkt im Geschäft danach!

Foto: Milena Gläser
Foto: Milena Gläser
Foto: Milena Gläser

Das Schokoladenhaus

Fischmarkt 18–19, 65549 Limburg

aktuelle Öffnungszeiten:
Di – Fr, 11 – 17 Uhr, Sa 10 – 17 Uhr
Mo geschlossen

Schokoladenhaus-limburg.de