
»Ich habe gedacht: Das passiert doch nur anderen«, erinnert sich Michael Roth, ehemaliger Handballnationalspieler, der selbst mit nur 47 Jahren an Prostatakrebs erkrankt ist. »In unserer aktiven Zeit waren medizinische Untersuchungen und Arztbesuche für meinen Zwillingsbruder und mich nichts Besonderes. Trotzdem haben wir dem Thema ›Männergesundheit‹ nie wirklich Beachtung geschenkt. Als die Diagnose Prostatakrebs dann kam, hat sie mir bzw. uns den Boden unter den Füßen weggezogen.« Gemeinsam mit seinem Bruder Uli, der ebenfalls erkrankte, setzt er sich heute für die Aufklärung ein. »Wir wollen, dass Männer nicht erst handeln, wenn es zu spät ist, sondern sich aktiv mit dem Thema auseinandersetzen und miteinander sprechen«, sagt Uli Roth.
Warum Männer zögern
Studien zeigen: Frauen gehen deutlich häufiger zu Vorsorgeuntersuchungen. Männer hingegen neigen dazu, Symptome zu ignorieren oder Untersuchungen aufzuschieben. Gründe sind oft Scham, Angst vor der Diagnose oder die Vorstellung, ›funktionieren‹ zu müssen. »Generell gehen die meisten (jungen) Männer nur dann zum Arzt, wenn sie den Kopf schon fast unter dem Arm tragen«, so Uli Roth.
Doch genau hier setzen Bewegungen wie der Movember an – mit dem Schnurrbart als augenzwinkerndem Symbol für ernsthafte Themen. Weltweit ruft sie dazu auf, Männergesundheit offen zu besprechen und Vorsorge selbstverständlich zu machen.
Früherkennung als Game Changer
Je früher Prostatakrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. In vielen Fällen kann der Tumor im Frühstadium vollständig entfernt oder mit gezielten Therapien gestoppt werden. Die Bandbreite reicht von aktiver Überwachung über Operationen und Strahlentherapie bis hin zu modernen zielgerichteten Therapien.
»Als Krebserkrankter gilt man oft als schwach, was natürlich Blödsinn ist. Wer mit Krebs lebt oder ihn überlebt hat, ist stark, und zwar oft stärker, als man selbst denkt«, sagt Uli Roth.
Vorsorge ist kein Tabuthema – sondern Lebensschutz
Ab dem 45. Lebensjahr übernimmt die gesetzliche Krankenkasse einmal jährlich die Kosten für eine Prostatakrebsvorsorge. Hierfür stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Tastuntersuchung, PSA-Test, Biopsie und bildgebende Verfahren. »Es geht nicht nur um uns Männer«, betont Michael Roth. »Es geht um unsere Partnerinnen, unsere Kinder, unsere Freunde. Vorsorge heißt, Verantwortung zu übernehmen – für sich und für die Menschen, die einen lieben. Ein Termin beim Urologen dauert oft nur wenige Minuten – kann aber Jahre schenken.«
Weitere Informationen zum Thema Prostatakrebsvorsorge auf der Website der »Nichts verpassen«-Kampagne unter: prostatenevermiss.com
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