
›Gemeinsam gärtnern‹ lautet das Credo im Verein Gartengemüse Limburg e. V., »weil es gemeinsam mehr Spaß macht, als allein Gemüse anzubauen und zu ernten«, weiß Vereinsvorsitzende Anne Kaniut aus eigener Erfahrung. In diesem Jahr freut sich die Gartengemeinschaft über ganz besondere neue ›Mitglieder‹: Honigbienen haben eine neue naturnahe Heimat in der ehemaligen Staudengärtnerei am Schirlinger Feld zwischen Limburg und Staffel gefunden.
Die Bienenfreunde für wesensgerechte Bienenhaltung Tatjana Redert und Sascha Jahnke haben im Frühjahr ein Bienenvolk in einen außergewöhnlichen Bienenstock auf das Areal des Vereins gesetzt. Der Bienenstock aus Lehm und Holz ist einem hohlen Stamm nachempfunden worden. Die ›Bienenbeute‹, so nennt man das Haus, wurde vom Sonderdienst Klimaschutzmanagement des Landkreises Limburg-Weilburg gefördert.
Auf dem Gelände können die Neuankömmlinge durch eine natürliche Vielfalt unterschiedlichster Blüten von Gemüsen, Kräutern und Stauden schwärmen, um mit reicher Habe wieder heimzukehren in ihr Refugium. Denn wie wir lieben auch Bienen ein ausgewogenes Nahrungsangebot.
Für ihre Dienste erhalten die kleinen Insekten einen süßen Lohn: den Nektar der Blüten. Denn das Volk wird nicht beerntet. Imkern in der ehemaligen Staudengärtnerei steht im Einklang mit den Bedürfnissen der Bienen. »Da das Konzept des natürlichen Kreislaufs Bestandteil des Vereins und stets am Wachsen ist, profitieren beide Seiten voneinander. Das Gemüse wird bestäubt und die Bienen ernten Pollen. Das trägt gleich doppelt Früchte«, freut sich Anne Kaniut über den gelungenen Zuwachs. Der Clou im Bienenstock: Man kann sogar eine Scheibe einsetzen, um die fleißigen Bienen zu beobachten. Von der Natur lernen wird beim ›Gartengemüse‹ großgeschrieben.
Hat eine Biene eine besonders ergiebige Nahrungsquelle gefunden, fliegt sie in,Halbkreisen: Per ›Schwänzeltanz‹ teilt sie ihren Schwestern mit, wo sich der Nektar- Hotspot befindet. Bienen lieben Pflanzen, die offene Blüten aufweisen. Korb-, Dolden- und Lippenblütler, Wildstauden, Wildblumen und Kräuter wie Oregano sind sehr gut geeignet für einen bienenfreundlichen Garten. In dem blühenden Paradies am Schafsberg werden keine chemischen Dünger oder Pestizide verwendet, betont Anne Kaniut: »Wir haben unseren Boden durch Mist, Erde, Kompost, Bokashi und Gründünger verbessert. Das erfordert Zeit und Liebe. Nur wenn man die Bodenorganismen schätzt und ihnen dankt, funktioniert es auch mit dem Boden.« Zusätzlich birgt ein Totholz-Haufen Insekten und vielen anderen Lebewesen auf dem grünen Areal Nahrung, Schutz und Heimat.
Den Staudengarten hat noch der ehemalige Gärtner angelegt. Die Stauden werden vom Verein sorgfältig gehegt und gepflegt: ein Ort der Zusammenkunft und Kontemplation für Groß und Klein. »Es ist wunderbar zu sehen, wie wir gemeinsam wachsen«, schwärmt die Vereinsvorsitzende. Gemeinsam gärtnern verbindet. Wer Ideen hat und Lust, sie zu verwirklichen, ist jederzeit willkommen, um in diesem magischen Garten ein Beet zu finden. »Wir bauen unter permakulturellen Ansätzen Gemüse und Obst an, ziehen Pflänzchen selbst groß und lernen, wie unsere Ernährung in einem natürlichen Kreislauf wachsen darf«, erklärt Anne Kuniat mit Blick auf zukunftsfähige, regionale, saisonale und ökologisch verträgliche Anbaumethoden.
Die Bienen haben sich im Laufe des Jahres zu einem kräftigen Volk entwickelt. Sie haben bereits ein zweites Volk mit einer neuen Königin entsandt, das in Richtung Schafsberg geflogen ist, um ein neues Zuhause zu finden. VivArt drückt den grünen Daumen.

Gartengemüse Limburg e. V.
Backhausstraße 24, 65555 Limburg,
Ehemalige Staudengärtnerei am Schirlinger Feld Dienstags ab 10 Uhr ist eigentlich immer jemand da.
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