Soul Vine

Solche Weine, aber auch solche Winzer, muss man einfach lieben. Hier am Rande von Mettenheim geht es herrlich unaufgeregt und ganz und gar nicht gekünstelt zu. Der junge Daniel Schmitt hat ein Auge geworfen auf die Konsumenten, weil er weiß, dass er sich erst noch einen Namen machen muss. Das geht nur durch richtig gute Weine zu einem wirklich günstigen Preis. Aber eigentlich sind seine Basisweine fast schon zu günstig bei dieser Qualität.

Foto: Jason Sellers

Kleine Orte faszinieren mich zuweilen durch ihre stille Größe. Wenn morgens über dem Odenwald die aufgehende Sonne alles in sanftes Gold taucht, beginnen auch die unverbauten und nicht flurbereinigten Rheinterrassen von Mettenheim zu schimmern. Mächtig fließt der Rhein in seinem Bett, strahlt alles Glitzernde ab und speichert die Wärme. Die Landschaft hier in Mettenheim hat Sinnlichkeit im Blut, schüttet ein ganzes Füllhorn aus. Daniel Schmitt fängt es ein! Er feilt an seinem Gespür für Wein, auch im benachbarten Bechtheim, er wagt den Spagat zwischen ausgefeilten Roten aus Spätburgunder, Cabernet Franc und Syrah sowie jenen fast schon luxuriösen Alltagsweinen. Das begeistert seine Kunden mehr und mehr. Sie bekommen für rund sechs Euro Qualitäten – oft auch von alten Reben und spontan vergoren –, die sie ganz einfach nur begeistern können. ›Soul vines‹nenne ich sie. Weil sie von Herzen kommen und auch so schmecken. Als würde sich jemand gerade in diesem für uns Weinfreunde doch allerwichtigsten Segment so richtig ins Zeug legen.

Der herrlich durchtrainierte Grauburgunder schleudert mit Schmackes gelbe Früchte, Honigmelonen, Steinobst und Würze an den Gaumen, spendiert eine Extraportion Schmelz obendrein. Mehr davon! Nuanciert, elegant, zart cremig eingehüllt kickt der Weißburgunder, während der Riesling den Schluck ins Fruchtfleisch bietet. Und der Sauvignon Blanc changiert gekonnt zwischen frischen, grünen und reifen, gelben Nuancen. Der Tisch für Wein-Aficionados ist reich gedeckt. Auch bei den Roten, denn diese laufen bei Daniel richtig gut. Vielleicht auch deshalb, weil er selbst die etwas kräftigeren, reichen, vollen und cremigen Weine mag. Das färbt ab. Der dunkelrubinrote Guts-Spätburgunder ist gut getaktet, ansteckend, mit Grundschlägen von satten, dunklen Früchten, Spannung, Würze, Überraschung, ja: Groove. Hinzu kommt, dass Daniel selbst solch einen Sechs-Euro-Wein mit einer ganz köstlichen Reifeverzögerung freigibt. Aktuell ist jetzt 2016, solch eine Rhythmusarbeit ist in diesem Segment oft Mangelware: Bis die Töne und so eine mehrstimmige Harmonik sitzen, braucht es jedoch Zeit. Das gilt auch für den 2015er Mettenheimer mit seinem transparenten wie dichten, differenzierten Sound, der ganz sinnlich, locker und genussvoll ist.

»Daniel Schmitt bleibt sich selbst treu, wird dabei immer mutiger, selbstbewusster und freier und behält uns Konsumenten erfreulich im Blick.«

Manfred Lüer

Dahinter stecken natürlich auch jede Menge Arbeit und Erfahrung. Bereits 2009 übernahm Daniel nach Praktika in Südafrika und Neuseeland das elterliche Weingut, konnte die Rebfläche durch beste Lagen in Bechtheim deutlich erweitern und erfand sich neu: mit dem schonenden Ausbau, einem straffen dreigliedrigen Sortiment mit klassischen Sorten, überhaupt in der zeitgemäßen Neuausrichtung mit puristischen Etiketten. Das passt auch zu hippen Weinbars, schicken Designhotels mit urbanem Flair und zu weltoffenen, aufgeschlossenen Konsumenten. Man schmeckt einfach, dass Daniel mehr als einmal über den Tellerrand geschaut hat. Besonders repräsentativ zeugt sich das durch Kaliber wie dem geschliffenen, tief-würzigen Cabernet Franc 2014, dem transparenten Spätburgunder Bechtheimer Stein sowie dem dichten, zart-pfeffrigen 2015er Syrah. Das alles sind für mich Energiefelder von Klangfülle und Dynamik. Und der neue Lagen-Riesling mit Aprikosengeflüster aus bester Kernlage vom Bechtheimer Geyersberg 2017 ist tatsächlich auch Zukunftsmusik, weil er erst in ein paar Jahren so richtig aus sich rauskommen wird, jetzt aber schon einen Vorgeschmack darauf gibt.

Daniel Schmitt bleibt sich selbst treu, wird dabei immer mutiger, selbstbewusster und freier und behält uns Konsumenten erfreulich im Blick. Gerade mit seinen raffinierten Arrangements, die selbst in der Basisarbeit Schwung und Rhythmus im Blut haben.

Weingut Daniel Schmitt

www.schmitt-weine.com


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