
La Fleur, Eva Fricke, Peter Sisseck
Wenn Eva Fricke lädt, die sowohl von Robert Parker als auch von James Suckling 100 Punkte für ihren Dessertwein Lorcher Krone Trockenbeerenauslese (TBA) 2019 erhielt, der pro Flasche übrigens 3.750 Pfund bei Sotheby’s in London erzielte, dann kann man sicher sein, dass es Qualität hat. Man sollte dem Ruf der Starwinzerin also folgen. Das tat ich. Umso lieber, da die feine Adresse im Palmengarten mit Chefkoch Andreas Krolik und Geschäftsführer Robert Mangold zu den besten in der Stadt zählt.
Es war alles andere als eine Selbstinszenierung, die an solchen Abenden allzu oft folgt. Vielmehr bot man Peter Sisseck eine Bühne, oder besser: seinen Ideen, die seit über 30 Jahren die Weinwelt und die Qualität geprägt haben. Biodynamie ist für ihn kein leerer Slogan, für ihn ist sie ein pragmatischer Ansatz und die einzig zielführende Vorgehensweise. Denn niedrige Hektarerträge ergeben sich in seinen Weinbergen nicht durch extreme Selektionen und maximale Reduzierungen – es ist einfach das, was ihm diese nahezu 100-jährigen Rebstöcke liefern. Neue Barriques, einst sein Markenzeichen, nimmt er mehr und mehr aus seinem Keller, denn für ihn stehen der Ausdruck und die Finesse der perfekten Frucht an allererster Stelle. Sissecks Weine werden von Jahr zu Jahr immer besser, feiner und subtiler.
Schon auf der Einladung hieß es, dass er mit uns interessante Einblicke in seine nachhaltige und zukunftsorientierte Arbeit als Winzer in Ribera del Duero, Jerez, Bordeaux und auch als Waldbesitzer in Dänemark teilen werde. Peter Sisseck hat nämlich nicht nur den Weinbau und die Landwirtschaft in Spanien durch Ökologie, Biodynamie und Nachhaltigkeit erfolgreich neu definiert, er ist auch ein Unternehmer, der sich ständig mit dem Wandel der Zeit und den Herausforderungen der Landwirtschaft, insbesondere durch den Klimawandel, auseinandersetzt.

»Erosionsgefährdete Landschaften erblühen selbsterhaltend unter seiner Vision und Initiative. Und seine Philosophie und Zukunftsvision sind wegweisend für uns alle«, so Eva Fricke, die seine sensationellen Weine ›Pingus‹ und ›Flor de Pingus‹ unter ihrem Label ›Delicious Green Selection‹ ebenfalls vertreibt. Sie kuratiert dort mit viel Geschick Weine aus Burgund, Rhone, Languedoc, Spanien oder Neuseeland und neuerdings auch aus Kalifornien. Dass die Winzer*innen längst alle gut miteinander befreundet sind, ist dabei die schönste Nebensache der Welt und es verändert den Umgang. »Es geht nicht so sehr um Gewinn, sondern um die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft, gesunde Weinherstellung und einen Vertrieb, der die Grundwerte unserer Produzenten respektiert«, erklärt Fricke, die selbst die biologisch-nachhaltige Weinproduktion als Idee verfolgt. Es ist ein leidenschaftliches Zurück zur Natur, die Wiederbelebung der Weinterrassen und alten Reben sowie eines urwüchsigen Lebensgefühls, das kein reines Luxusgut werden darf.
Die hier verkosteten Weine sind Kulturgüter! Interessanterweise sind sie es, die von allen Teilnehmenden bedächtige Wertschätzung bekommen und viel Freude im Glas spenden. Die Wahrnehmung ist sehr selektiv. Es ist schwer, zwischen den Besten zu wählen. Ein gelungener Abend.
Danke, Eva!

Relais & Châteaux Restaurant Lafleur
Palmengartenstraße 11, 60325 Frankfurt am Main, 069 90029100
restaurant-lafleur.de
Delicious Green Selection GmbH
Elisabethenstraße 6, 65343 Eltville,
06123 703658
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