Erstklassiger Geschmack

Günter Gollner prägt seit Jahrzehnten die Gastroszene in Wiesbaden. Mit dem Premium-Restaurant ›Das Goldstein‹ und nun auch mit dem ›Rue 1‹ am Museum Reinhard Ernst auf der Wilhelmstraße zeigt er, wie ›The Art of Eating‹ zu interpretieren ist. Dirk Becker traf den Gastronomen und Tausendsassa zum Gespräch.

Fotos: Zerina Kaps

Lieber Günter, als ich 2001 nach Wiesbaden kam, hast du mit deinem Team bereits die Gastroszene entscheidend geprägt. Wie schafft man das über Jahrzehnte hinweg?

Danke für dieses Kompliment, lieber Dirk. Es ist sicherlich eine Kombination aus mehreren Aspekten. Zum einen waren wir immer sehr fleißig und haben über Jahre hinweg ein starkes Team aufgebaut, das sich immer weiterentwickelt hat. Das stärkt mir als Unternehmer den Rücken und gibt mir die Kraft, immer neue Konzepte zu kreieren. Zum anderen sind wir unserem Anspruch an Gastronomie immer treu geblieben. Wir setzen seit Jahrzehnten den Fokus auf höchste Qualität bei unseren Produkten und arbeiten mit Liebe zum Detail, ohne dabei die Geradlinigkeit zu verlieren. Das schätzen unsere Gäste. Darüber hinaus denke ich, dass wir in unserer 33-jährigen Selbstständigkeit bei der Auswahl der Standorte innerhalb oder auch außerhalb der Stadt Wiesbadens ein glückliches Händchen bewiesen haben.

›Das Goldstein‹ wurde zur Institution; hier treffen sich Familien, Freunde und Geschäftspartner zum Essen und Feiern. Was ist das Erfolgsgeheimnis für einen Ort, der so viele Menschen begeistert?

Das Produkt Goldstein verbindet viele Dinge glücklich miteinander: diese wunderschöne Natur des Goldsteintals in Verbindung mit höchster Qualität aus der Küche. Ein modernes Interieur mit einem Weinkeller, der über die Grenzen der Stadt Anerkennung erhält. Unsere Gäste schätzen es, direkt vor der Eingangstür kostenfrei parken zu können. Zudem haben wir sehr viel Zeit mit der Selektion von Geschirr, Porzellan und vielem mehr verbracht. Dieser Aufwand war und ist mit hohen Investitionen verbunden, die sich jedoch auszahlen. Und wie du bereits richtig sagst: Freunde, Familien und Geschäftspartner kommen bei uns an einem Ort der kulinarischen Highlights zusammen. Unser Ziel ist es dabei, ein vertrautes und heimisches Gefühl für den Gast zu schaffen.

Dein Team ist motiviert, aufmerksam und treu. Das merken die Gäste. Manchmal sind es auch die kleinen Gesten, die zählen, wie etwa, dass man mit Namen begrüßt wird. Was ist eure Philosophie?

Mir ist es ungemein wichtig, dass es allen Mitarbeitern richtig gut geht und dass sie für sich und ihre Familien etwas aufbauen können. Alle haben Anteil am Erfolg. Und sie sehen natürlich auch, welche beeindruckenden Veranstaltungen von uns gemeistert werden und welch tolle Persönlichkeiten bei uns ein und aus gehen. Am Ende geht es immer um Wertschätzung für die harte Arbeit, die geleistet wird. Diese Anerkennung erhalten sie bei uns.

Gastronomie gilt hierzulande als schnelllebig und unbeständig. Ihr wirkt wie das genaue Gegenteil. Ein ›goldener Fels‹ in der Brandung sozusagen: So kompromisslos in der Qualität und dazu diese unerschütterliche Motivation! Was wünschst du dir für die Zukunft?

Die Gastronomie entwickelt sich immer weiter, genau wie unsere Gesellschaft. Aus meiner Sicht geht die Schere immer weiter auseinander. Auf der einen Seite die schnelllebige Konsumgastronomie, optimiert auf Kosten und Masse. Auf der anderen die individuelle und qualitativ hochwertige Gastronomie, wie wir sie betreiben. Für dieses Angebot müssen die Gäste den einen oder anderen Euro mehr zahlen. Hier wünsche ich mir von skeptischen Gästen etwas mehr Verständnis für das Gesamtkonzept. Missgünstige oder gar neidische Menschen, denen man es nie recht machen kann, dürfen gerne anderweitig ausgehen.

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die gesamte Branche der Gastronomen in einem politischen Rahmen besser wahrgenommen und berücksichtigt wird. Es ist aus meiner Sicht ungemein wichtig für unsere Kultur und Gesellschaft, wenn Menschen zum Essen und Trinken zusammenkommen. Kulinarischer Genuss und Qualität sollen zugänglich bleiben und soziale Kontakte sollen entstehen. Mitarbeiter sollen für ihre harte Arbeit mehr von ihrem Lohn behalten. Wenn sich in Zukunft die Rahmenbedingungen hierzu verbessern, würde es Familienbetrieben wie uns frische Energie und Mut geben, weiterhin gehobene Gastronomie mit Leidenschaft zu betreiben.

Wohl gesprochen, lieber Günter!


Das Goldstein by Gollner’s

Goldsteintal 50, 65207 Wiesbaden Öffnungszeiten: Mi–Fr 18–24 Uhr, Sa und So 12–14.30 und 18–24 Uhr, Mo und Di Ruhetage

Rue 1 by Gollner’s

Wilhelmstraße 1, 65185 Wiesbaden Öffnungszeiten: Di–Sa 11–24 Uhr, So 11–18 Uhr, Mo Ruhetag

gollners.de


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