Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein zu trinken

Dirk Becker zu Besuch im Alentejo, wo Portugal in der Abendstimmung oft Südafrika ähnelt und die Weine viel über ihre Herkunft erzählen – insbesondere, wenn man bereit ist, auch mal mehr Geld auszugeben. Ein Lob auf heiße Sommer, milde Temperaturen im Herbst, ein kulinarisches Angebot, das Freude macht, und Gastgeber, die echte Gastgeber sind. Herrlich!


Schon lange gehört der Alentejo zu einem der besten Weinanbau-gebiete Portugals. Vor 28 Jahren gab es in der Region gerade einmal 25 Winzer – heute sind es bereits mehr als 300. Der Alentejo ist mit seinen 20.800 Hektar inzwischen die drittgrößte Weinregion des Landes. Auf zahlreichen Hängen wird rund ein Drittel des portugie-sischen Weins produziert – neben Korkeichen und Rinderherden, die hier auf riesigen Flächen stehen. Aufgrund der hohen Temperaturen in den Sommermonaten beginnt die Ernte der Trauben hier bereits in den ersten Augustwochen und kann sich bis Ende September ziehen. Die Ergebnisse sind so bemerkenswert gut, dass es verwunderlich ist, nicht mehr Weine in Deutschland angeboten zu bekommen. Doch viele Flaschen trinken die Portugiesen selbst oder verkaufen sie dorthin, wo sie im Laufe ihrer Kolonialgeschichte auch schon Verbindungen hatten. 


Nun gehe ich den umgekehrten Weg. Ich lasse nicht den Wein kommen, sondern bewege mich zu ihm hin, denn angeblich ist der September die ideale Zeit für eine Genussreise. Hervorragende Weingüter gibt es zur Genüge und ich könnte hier Wochen verbringen, egal was meine Leber davon hält. Bekannt ist der Alentejo insbesondere für die weißen Rebsorten Antão Vaz, Arinto, Fernão Pires, Manteúdo, Perrum, Rabo de Ovelha, Roupeiro, Tamarez und Trincadeira das Pratas. Die bekanntesten roten Rebsorten sind: Alfrocheiro, Alicante Bouschet, Aragonez, Cabernet Sauvignon, Castelão, Syrah, Touriga Nacional und Trincadeira.  

Ich liebe die Roten vom Ausnahmeweingut ›Malhadinha Nova‹, die so stark und gut sind wie die Dressurpferde auf dem Gut, wo sie auch ausgebildet werden. Wer hier einen Abend auf der Terrasse verbringt, glaubt an Weltfrieden, das ewige Leben und totale Glückseligkeit. Der deutsche Chefkoch Joachim Körper und seine brasilianische Frau Cintia – übrigens Mitglied von Relais Chateaux –  zaubern in der Küche aus regionalen Zutaten und kreieren kleine und große Geschmacksexplosionen. 

Ein Abend an der Tafel mit den Gastgeberfamilien und man will entweder Winzer oder Dressurreiter werden. In meinem Fall eher Winzer. Ich habe ein Herz für Pferde. Doch das nur am Rande, zurück zum Wein: Alentejo-Weine sind Teil eines fortlaufenden Nachhaltigkeitszertifizierungsprogramms. So gibt es bereits vier vollständig zertifizierte Erzeuger, darunter insbesondere die Her-dade do Coelheiros und die Herdade dos Grous. Direkt in der Nähe des mittelalterlichen Örtchens Monsaraz, das mit seinen weiß strahlenden Häusern auf einem Hügel über den Hängen des Alentejo liegt, trumpft das Weingut Ervidiera mit einem der besten Weine weltweit auf. Der Conde D’Ervideira wurde 2017 als bester Weißwein der Welt ausgezeichnet. Zudem produziert die Kellerei einen ganz besonderen Weißwein, der aus roten Trauben hergestellt wird. Und auch der ›Wasserwein‹, der im Wasser unter dem Alqueva-Staudamm reift, gehört zu den Spezia-litäten der Kellerei. Mit Carmim ist der größte Weinproduzent der Region ebenfalls bei Monsaraz ansässig. Ein Männerchor empfängt uns mit einem großartigen Gesang, der unter die Haut geht. Kein bisschen albern, sondern nur cool. Portugal, ich komme wieder!


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