
Im Herzen des Rheingaus verbindet das Weingut Chat Sauvage französische Eleganz mit deutscher Präzision. Seit seiner Gründung steht es für eine klare Vision des Gründers Günter Schulz: Burgunder-Rebsorten in höchster Qualität auf hiesigen Böden zu kultivieren.
Lieber Herr Schulz, sie werden nun 80 Jahre und haben sich mit Chat Sauvage vor 25 Jahren nicht nur selbst ein Geschenk gemacht, sondern bereichern die gesamte Region. Würden Sie es retrospektiv wieder tun? Oder war es jugendlicher Wahnsinn?
Ja, ich würde es wieder tun und gleichzeitig war es jugendlicher Leichtsinn. Aber man muss in seinem Leben auch mal etwas riskieren.
Sie wollten immer unbedingt mehr als Durchschnitt, während der Durchschnittsdeutsche laut Statistik circa 5 Euro für eine Flasche Wein im Discounter ausgibt, kreieren Sie Erlebnisse, die 150 Euro pro Flaschen kosten. Wie würden Sie die Menschen beschreiben, die diese Weine lieben?
Das ist schnell erklärt: Als Genießer, die guten Wein zu schätzen wissen.

Liebe Frau Schöttle, was hat Sie an Chat Sauvage fasziniert und warum gehen Sie diesen Weg so konsequent weiter?
Die Philosophie von Herrn Schulz, nur herausragende Weine zu produzieren und die Qualität erst mal vor alles andere, auch vor wirtschaftliche Interessen, zu stellen, hat mich von Anfang an begeistert. Zudem die Tatsache, andere Wege als andere zu gehen, kommt meinem Naturell sehr entgegen. Das ist nicht immer einfach und wir haben die letzten Jahre viel und hart gearbeitet, um Weine zu produzieren, die die Menschen begeistern, die Freude im Glas bringen und die für den ein oder anderen vielleicht einfach ein bisschen Luxus im Alltag darstellen. Diesen Weg kann man nur mit Konsequenz gehen – „ohne Fleiß kein Preis“ trifft es ziemlich gut. Die Arbeit im Weinberg ist meines Erachtens das Allerwichtigste in unserem Beruf, und oft ist auch der Zeitpunkt immens entscheidend, wann eine bestimmte Tätigkeit durchgeführt wird – jedes Jahr ist anders und Planänderungen stehen bei uns an der Tagesordnung. Dass Herr Schulz mir sowohl beim An- und Ausbau der Weine als auch bei der Vermarktung komplett freie Hand lässt, weiß ich unglaublich zu schätzen.
Gibt es etwas, was Ihnen Sorge bereitet?
Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass wir völlig sorgenfrei wären, aber es sind dieselben Sorgen, die annähernd alle Unternehmer und / oder Landwirte umtreiben. Steigender Kostendruck, überzogene Bürokratie, etc. … das beschäftigt uns alle. Aber wenn man es mit etwas Abstand betrachtet, dann stellt man schnell fest: Uns geht es sehr gut.
Liebe Frau Schöttle, lieber Herr Schulz, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit ihren wilden Ideen.

Weingut Chat Sauvage
Hohlweg 23
65366 Geisenheim/Johannisberg
chat-sauvage.de
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