
Schon seit Längerem bestand die Idee, einen ›Jugendstil-Pfad‹ ins Leben zu rufen. Nun haben das Kulturamt der Stadt Wiesbaden, das sam Stadtmuseum am Markt und das Museum Wiesbaden einen neuen Kulturspaziergang zusammengestellt. So können sich Einheimische und Gäste auf die Spuren des Jugendstils in Wiesbaden begeben. Wir laufen mit Dagmar Binder ein paar Stationen mit.
Station 11: das ›Weiße Haus‹
1986 erwarb der Kunstsammler Ferdinand Wilhelm Neess diese Gründerzeitvilla, ein Juwel des Jugendstils, in der Bingertstraße 10 in Sonnenberg. Dank der Schenkung von Ferdinand Wolfgang Neess im Jahre 2019 besitzt das Museum Wiesbaden europaweit die größte Jugendstilsammlung. Die über 500 Objekte umfassende Sammlung werden im Südflügel des Museums als Gesamtkunstwerk präsentiert.

Station 6: Muschelsaal im Kurhaus
Prägend für das Stadtbild Wiesbadens ist selbstverständlich das Kurhaus von 1907. Auf der Südseite des Baus befindet sich der ›Muschelsaal‹, dessen mit Muscheln und Kieseln geschmückte Säulen symbolisch für Wasser und Erde stehen. Die Fresken des Jugendstilmalers Fritz Erler inszenieren wiederum die Jahreszeiten sowie Jugend und Alter. Der Muschelsaal kann für private Veranstaltungen gebucht und bei Führungen durchs Kurhaus besichtigt werden.

Station 3: Kaiser Friedrich Therme
Baden wie zu Kaisers Zeiten kann man bis heute in der Kaiser Friedrich Therme; ein textilfreier Jugendstil-Badepalast, der mit Saunen, Dampf- und Solebad und Frigidarium an die Tradition der antiken Therme erinnert, auf deren Fundamenten sie 1907 errichtet wurde.

Das Rheingauviertel
Nicht einzeln im Plan erfasst ist das Rheingauviertel, das sich bei einer geführten Tour und auf eigene Faust entdecken lässt. In nur wenigen Jahren entstand hier im Südwesten der Landeshauptstadt von 1902 bis 1908 ein großbürgerliches Wohngebiet. Die opulente Gestaltung vieler Eingangsbereiche, Simse, Erker und Balkone zeigt bis heute den hohen Anspruch an die Ästhetik und Handwerkskunst jener Epoche. Oft ist das Jugendstil-Dekor bis zu den Messingblenden der Türklingeln und der farbigen Glaskunst original erhalten.
Der Jugendstil-Pfad ist als handlicher Faltplan erhältlich, der u. a. in der Tourist-Information ausliegt. In deutscher und englischer Sprache leitet er zu 14 markanten zentralen Orten, an denen Jugendstilelemente besonders repräsentativ sind. Über einen QR-Code lassen sich mit dem Smartphone weitere Informationen abrufen.
museum-wiesbaden.de/jugendstil-pfad
Geführter Stadtrundgang
27. Februar und 24. April 2026 ab 16 Uhr
Foto
Weitere Artikel zum Thema Design & Kultur finden Sie in der der aktuellen Ausgabe VivArt. Verpassen Sie keine Ausgabe:
Große Kunst
Junge Fotografie und mehr
Vorlaut
Life doesn’t frighten me
Aus der Gesellschaft
Demokratie zum Hören
Handwerk im Wandel
Daniel Sieben: Hier leben
Restaurant Tipps
Gastgeberin mit rheinhessischem Herzschlag
Überzeugungstäter
Viora Wiesbaden: Feine Küche, Grosse Gastfreundlichkeit
Zeit für dich
Lebensfreude steht im Mittelpunkt
Refugium für Mensch und Tier
Die Kraft des Schlafes
Maximale Versorgung in Wiesbaden
Leckere Rezepte
Gaumenschmaus à la Ukraine
Erbsen, Burrata und schwarze Oliven
Matcha Haferlatte
Auberginen-Ziegenkäse-Türmchen mit Honig-Thymian
Mode & Fashion
Zur Kultur des Geschmacks
LOKALES SHOPPING