
Im World Design Capital Jahr zeigt die DomRömer GmbH am Beispiel der Neuen Altstadt, wie nachhaltige Gestaltung und gemeinschaftliches Handeln zusammenwirken. VivArt war im Gespräch mit Projektleiterin Marion Spanier-Hessenbruch.
Frau Spanier-Hessenbruch, was bedeutet es für die DomRömer GmbH, Teil des World Design Capital 2026 zu sein?
Nachhaltige und verantwortungsvolle Gestaltung sowie demokratisches Handeln sind für die DomRömer GmbH in städtebaulichen Projekten untrennbar verbunden. Das WDC-Jahr 2026 bietet eine gute Gelegenheit, am Beispiel der Neuen Altstadt soziale und bauliche Stadtentwicklung als demokratischen Prozess zu zeigen.
Warum ist die Neue Altstadt ein geeignetes Beispiel für das WDC-Motto ›Gelebte Demokratie‹?
Im Projekt ›Neue Altstadt‹ war es von Anfang an sehr wichtig, die Bevölkerung in den Prozess einzubeziehen.Während der Planung und Umsetzung fanden wiederholt partizipative Veranstaltungen statt. Darüber hinaus berichtete ein öffentlicher Ausschuss des Stadtparlamentes über die Fortschritte und nahm Anregungen der Bevölkerung auf. Auch Architektenwettbewerbe und die Beteiligung zahlreicher Fachleute zeigen den ausgeprägten Gemeinschaftsgedanken dieses beispiellosen Projekts. Mit der Neuen Altstadt wurde der Stadt Frankfurt ihr Herz zurückgegeben.
Was war für Sie der wichtigste Gedanke bei der Entwicklung des Ausstellungskonzepts für das ›Netzwerk Neue Altstadt‹?
Eingebettet in ein bestehendes Geflecht von kleinteilig parzellierter Stadtstruktur laufen im Quartier zwischen Dom und Römer seit 2018 wieder alle Fäden zusammen. Der zentrale Ort der Neuen Altstadt vernetzt zahlreiche Institutionen der Kultur, des Gewerbes und der Bildungsvermittlung innerhalb des Areals wie auch darüber hinaus. Daher war die Neue Altstadt der optimale Ort für eine Kontaktaufnahme mit dem Publikum und die längst überfällige Informationsvermittlung zum Ort und Projekt.
Welche Rolle spielen die verschiedenen Formate – Bannerausstellung, Bodenmarkierungen, QR-Codes – jeweils für das Besuchererlebnis?
Durch die Banner werden alle erreicht, die in der Frankfurter Altstadt unterwegs sind. Dies wird durch die einladende Gestaltung und den niedrigschwelligen Zugang zu vielfältigen Informationen verstärkt. Den Betrachtenden, die noch tiefer in einzelne Themen einsteigen wollen, bieten QR-Codes ein umfangreiches Angebot über externe Seiten. Ergänzt werden die Banner um eine Wechselausstellung mit Schwerpunkt auf den Handwerkenden und Gewerken, die zum Gelingen einzelner herausragender Bauteile beigetragen haben. Beim Wiederaufbau der Neuen Altstadt wurden zahlreiche Spolien sowie zweitverwendete Holzbauteile eingebaut. Neben der Vermittlung von Geschichte und positiver Konstruktionseigenschaften tragen diese Baustoffe zur Nachhaltigkeit bei. Auch die gewählten Ausstellungelemente der Wechselausstellung berücksichtigen bei der Auswahl von Material und möglicher Alternativverwendung durch Modularität verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit.
Welche Reaktionen erhoffen Sie sich – soll die Ausstellung vor allem informieren, zum Nachdenken anregen oder Diskussionen fördern?
Von allem etwas. Das von uns entwickelte Format bietet den Ausgangspunkt, wie es dann für die Betrachtenden weiter geht, bleibt ihnen überlassen. Auf jeden Fall hoffen wir, dass es Wiederholungstäter gibt, die das volle Potenzial unseres Beitrags zum WDC 2026 nutzen. Für das jüngere Publikum haben wir an der Pergola ein kleines Quiz eingebaut, welches den Mitmachfaktor noch einmal erhöht.
Vielen Dank für das Gespräch!
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