Ästhetische Sensibilität

Dirk Becker traf Gwendolyn Kerschbaumer von ›Atelier Areti‹. Gemeinsam mit ihrer Schwester Guillane entwirft sie Lampen und Möbel, die sich zwischen Kunst- und Designobjekt bewegen.

Foto: Theresa Rundel 

Euer Atelier bezeichnet ihr selbst als europäisch. Ihr arbeitet in Triest und London, gefertigt wird oftmals in Deutschland. Wie kam es dazu? 

Überwiegend haben wir uns diese Umstände nicht ausgesucht, sondern es ist im Laufe der Zeit dazu gekommen. Wir sind selbst schon etwas international: Unsere Mutter ist Französin. Unser Vater ist Österreicher, aber mit iranischen Wurzeln. Sein Vater kam als Student aus dem Iran und ging zunächst nach Belgien. Guillane hat ihren Mann beim Studium in London kennengelernt. Er ist Brite mit Wurzeln in Südafrika, und ich habe meinen Mann ebenfalls während des Studiums in Boston kennengelernt, er ist Grieche. Als Paar muss man zusammen entscheiden, wo man leben wird. Bei Guillane war es recht klar, dass es London sein würde, weil dies für beide gut funktionierte. Bei uns war es so, dass wir alle paar Jahre umgezogen sind, weil dies durch den Beruf meines Mannes notwendig wurde. Er ist Forscher im Bereich theoretische Physik, genauer gesagt der Stringtheorie, und weltweit gibt es nicht viele Universitäten oder Forschungszentren, die eine Gruppe auf diesem Gebiet haben. Deshalb hatten wir vereinbart, dass er zuerst eine Stelle sucht und ich dann in dieser Stadt ebenfalls in meinem Gebiet arbeite. Also waren wir ein bisschen überall: in Boston, Genf, Amsterdam, Groningen und nun Triest und Genf. Wir fertigen in Deutschland, weil wir größtenteils in Deutschland aufgewachsen sind und die Fertigungsmöglichkeiten hier hervorragend sind. 

Foto: Theresa Rundel 

Euer Atelier bezeichnet ihr selbst als europäisch. Ihr arbeitet in Triest und London, gefertigt wird oftmals in Deutschland. Wie kam es dazu? 

Überwiegend haben wir uns diese Umstände nicht ausgesucht, sondern es ist im Laufe der Zeit dazu gekommen. Wir sind selbst schon etwas international: Unsere Mutter ist Französin. Unser Vater ist Österreicher, aber mit iranischen Wurzeln. Sein Vater kam als Student aus dem Iran und ging zunächst nach Belgien. Guillane hat ihren Mann beim Studium in London kennengelernt. Er ist Brite mit Wurzeln in Südafrika, und ich habe meinen Mann ebenfalls während des Studiums in Boston kennengelernt, er ist Grieche. Als Paar muss man zusammen entscheiden, wo man leben wird. Bei Guillane war es recht klar, dass es London sein würde, weil dies für beide gut funktionierte. Bei uns war es so, dass wir alle paar Jahre umgezogen sind, weil dies durch den Beruf meines Mannes notwendig wurde. Er ist Forscher im Bereich theoretische Physik, genauer gesagt der Stringtheorie, und weltweit gibt es nicht viele Universitäten oder Forschungszentren, die eine Gruppe auf die- sem Gebiet haben. Deshalb hatten wir vereinbart, dass er zuerst eine Stelle sucht und ich dann in dieser Stadt ebenfalls in meinem Gebiet arbeite. Also waren wir ein bisschen überall: in Boston, Genf, Amsterdam, Groningen und nun Triest und Genf. Wir fertigen in Deutschland, weil wir größtenteils in Deutschland aufgewachsen sind und die Fertigungsmöglichkeiten hier hervorragend sind. 

Foto: Theresa Rundel 

Ihr entwerft beide. Wie kann man sich diese Art von Zusammenarbeit vorstellen? 

Wir haben glücklicherweise eine sehr ähnliche ästhetische Sensibilität. Eine von uns hat eine Idee zu einem Entwurf oder zu einem Problem. Dann schauen wir uns diese Ideen an und verfeinern den ersten Entwurf. Wenn wir uns beide nicht sicher sind, ob etwas interessant genug ist, dann erkennen wir, dass wir an dieser Idee nicht mehr weiterarbeiten sollten. 

Eure Leuchten sind kunstvoll und dennoch gibt es aus eurem Atelier auch ›reine Kunst‹, also Zeichnungen und Plastiken. Warum? 

Wir arbeiten seit vielen Jahren hauptsächlich an Leuchten und Möbeln. Dies hat sich aus Umständen entwickelt und war nicht unbedingt etwas, was wir bewusst angestrebt haben. Wir haben auch im Studium und während unserer Arbeit vor Areti in ande- ren Bereichen der visuellen Kunst gearbeitet, wie zum Beispiel mit Zeichnungen und Skulpturen. Dies war ein wichtiger Bestandteil unserer Entwicklung als Designer und ist auch immer noch ein Bereich, der uns interessiert. 

Was wünscht ihr euch von der Zukunft? 

Wir sind sehr dankbar für das, was wir haben. Wir hoffen, auch in Zukunft Designs entwickeln und fertigen zu können. Es gibt so viele weitere Materialien wie Porzellan, Terrakotta, verschiedene Glasfertigungen und Techniken, mit denen wir vertiefter arbeiten wollen. Es gibt viele Fertigungstechniken, die anfangs sehr teuer sind, wie zum Beispiel Injection Moulding, ein Spritzgussverfahren. Deshalb arbeiten wir uns stückweise an solche Projekte heran. Seit zehn Jahren arbeiten wir zum Beispiel auch an Türklinken und Lichtschaltern. Entwürfe haben wir, aber die Kosten für die Formen und die Mindeststückzahl bedeuten, dass man für nur ein Modell schnell bei großen Summen liegt. Neben Leuchten und Möbeln möchten wir auch wieder an ein paar Architekturprojekten arbeiten und vielleicht auch wieder vermehrt Zeit mit Zeichnungen und Skulpturen verbringen. 

Vielen Dank für das Gespräch! 

atelierareti.com


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